Die DITIB kontrolliert den deutschen Islamunterricht

Reisig

Der islamische Religionsunterricht kommt, zunächst in Niedersachsen und NRW. Die Ausbildung der Lehrer wird an einigen deutschen Universitäten möglich sein. Bülent Uçar, Professor für Islamische Religionspädagogik an der Uni Osnabrück, äußert sich gegenüber der ZEIT zum islamischen Religionsunterricht. Hier ein Auszug:

ZEIT: Wer hat denn alles ein Mitspracherecht bezüglich der Lehrinhalte?
Uçar: Im Land Niedersachsen gibt es einen Beirat, der am Kultusministerium in Hannover verortet ist und aus Vertretern der Landesmoscheen besteht, also der Schura Niedersachsen, sowie Angehörigen der Ditib…
ZEIT: …des deutschen Arms der Türkischen Religionsbehörde.
Uçar: Die Inhalte werden von einer Lehrplankommission erarbeitet und müssen von diesem Beirat akzeptiert werden. Im Grunde ist es dasselbe Verfahren wie bei den Kirchen.

Die DITIB, die „Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.“, ist nicht nur ein deutscher Verein, sondern sie untersteht auch – wie der Interviewer korrekt einwirft – der türkischen Religionsbehörde. Damit haben die führenden religiösen Kräfte in der Türkei dauerhaft einen Fuß in der Tür der Gestaltung des Islams in Deutschland. Dabei ließe es gerade der Islam zu, unabhängig von fremden geistlichen Kräften in Deutschland verstanden zu werden. Denn im Gegensatz zum Christentum kennt der Islam keinen Klerus, der zwischen Gläubigen und Gott vermittelt. Deshalb sollten wir auch nicht krampfhaft versuchen, Institutionen des Islams auszumachen, welche die Muslime analog zur katholischen und protestantischen Kirche vertreten. Damit geben wir Organisationen wie der DITIB eine Macht über die Glaubensinhalte und Verhaltensregeln deutscher Muslime, die ihr nicht zusteht. Stattdessen sollten wir es dem Islam ermöglichen, vom Ausland unabhängige Strukturen in Deutschland zu bilden und das Verständnis seiner Inhalte und seine Methoden weiterzuentwickeln.

Lesen Sie HIER mehr zum Euroislam.

Quelle:

http://www.zeit.de/2012/11/C-Interview-Ucar

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Über Reisig

Reisig erblickte 1983 in der Pfalz das Licht der Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums und dem Abitur führte ihn die Bereitschaft, seinen Dienst an der Gemeinschaft zu tun, zur Bundeswehr, wo er seinen Grundwehrdienst leistete. In den folgenden Jahren studierte er ein naturwissenschaftliches Fach. Während des Studiums engagierte sich Reisig einige Zeit in der politischen Linken. Dies ergab sich ihm aus seiner Ablehnung eines unreflektierten Untertanengeistes und der wirtschaftlichen Ausbeutung des unmündigen Bürgers. Dabei galt ihm stets das Wohl des deutschen Volkes als höchstes Ziel. Die Erkenntnis, dass weite Teile der Linken dieses Ziel nicht teilen wollen und dass er nunmehr keine faulen Kompromisse mehr machen wollen würde, ließ Reisig vom gesamten etablierten Parteienwesen Abstand nehmen. Eine neue politische Heimat fand Reisig bei den Jungdeutschen. Er hat an einer deutschen Universität in einem naturwissenschaftlichen Fach promoviert, ein Jahr in den Vereinigten Staaten verbracht und lebt heute in Süddeutschland.

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