„Und ich habe Deutschland so geliebt!“

Das waren die letzten Worte von Mildred Fish-Harnack, bevor sie im Februar 1943 in der Guillotine enthauptet wurde. Die US-Amerikanerin war durch Hitlers persönliches Einwirken vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt worden, nachdem sie mit ihrem deutschen Mann Arvid Harnack, Harro Schulze-Boysen und anderen Widerstandskämpfern gegen das Naziregime von der Gestapo gefasst worden war. Sie waren in der „Roten Kapelle“ aktiv gewesen, einer Gruppe, die strategisch wichtige Informationen an die Sowjetunion geliefert hatte.

Mildred Fish-Harnack war seit ihrer Jugend von der deutschen Sprache und der deutschen Literatur begeistert, und so war sie 1933 mit ihrem Mann, den sie in Amerika kennen gelernt hatte, nach Deutschland gezogen. Doch Hitlers Deutschland entfernte sich immer mehr davon, was sie an Deutschland liebte: den deutschen Geist, unsere Sprache, Philosophie und Literatur. Aber sie – noch dazu als Ausländerin – wollte diese Werte nicht kampflos verloren geben.

Noch in der Todeszelle übersetzte sie Gedichte von Goethe. Ihr Schicksal zeigt uns einmal mehr, dass der Nationalsozialismus nicht alles Deutsche korrumpieren kann.

Diese englischsprachige Dokumentation des Senders Wisconsin Public Television ist ein Tribut an eine bemerkenswerte Frau und uns ein Aufruf zur Völkerverständigung auf Augenhöhe. Dabei wird nicht verschwiegen, dass das Andenken an Fish-Harnack in Amerika lange unbequem war, da sie mit dem Kommunismus sympathisierte, und dass führende Köpfe der Nazi-Justiz nach dem Krieg von den USA hofiert wurden, da sie ja im Kampf gegen Kommunisten erfahren waren. Der Kalte Krieg warf seinen Schatten voraus.

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Über Reisig

Reisig erblickte 1983 in der Pfalz das Licht der Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums und dem Abitur führte ihn die Bereitschaft, seinen Dienst an der Gemeinschaft zu tun, zur Bundeswehr, wo er seinen Grundwehrdienst leistete. In den folgenden Jahren studierte er ein naturwissenschaftliches Fach. Während des Studiums engagierte sich Reisig einige Zeit in der politischen Linken. Dies ergab sich ihm aus seiner Ablehnung eines unreflektierten Untertanengeistes und der wirtschaftlichen Ausbeutung des unmündigen Bürgers. Dabei galt ihm stets das Wohl des deutschen Volkes als höchstes Ziel. Die Erkenntnis, dass weite Teile der Linken dieses Ziel nicht teilen wollen und dass er nunmehr keine faulen Kompromisse mehr machen wollen würde, ließ Reisig vom gesamten etablierten Parteienwesen Abstand nehmen. Eine neue politische Heimat fand Reisig bei den Jungdeutschen. Er hat an einer deutschen Universität in einem naturwissenschaftlichen Fach promoviert, ein Jahr in den Vereinigten Staaten verbracht und lebt heute in Süddeutschland.

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