Kauderwelsch: Der Islam gehört doch nicht zu Deutschland

Schon wieder! Pünktlich zur Islamkonferenz spricht Volker Kauder von der CDU etwas konservativer und sagt, dass der Islam „nicht Teil unserer Tradition und Identität“ sei. Richtig. Aber er erklärt nicht, warum, und betreibt deswegen eine extrem schädliche Politik. Denn: Diese Republik und viele Mitglieder des Staatsapparates sind so geil auf die Verfassung, dass sie so etwas wie „Identität“ oder „Tradition“ schon für „Nazi“ halten. Und der Durchschnittsbundesbürger bekommt weder durch den Staat noch durch die „Gesellschaft“ mit, was deutsche Tradition und Identität bedeutet.

Wenn dann eine Frau Öney (SPD) sagt, dass sie Kauders Äußerungen nicht verstanden hat, und danach irgendetwas Übertriebenes erklärt („Müssen jetzt alle Moslems Katholiken werden?“) ist deswegen kein Wunder. Typisch ist allerdings, dass sie dann Kauders Äußerungen als „Dummheit“ bezeichnet. Warum ist das typisch? Nehmen wir die Äußerung von Oppermann (SPD) dazu, Kauder sei der „letzte Kreuzritter der CDU“: Die deutsche Identität und Tradition ist für diese Gruppe etwas, das längst verboten gehört. Die ist böse und muss weg. Bloß nicht darüber reden. Wir sind doch jetzt alle Welt- und Staatsbürger (in deren Verständis, nicht in einem Nationalstaat!), wer braucht da noch so etwas wie nationale Identität in einem vorpolitischen Sinn – also als Volk mit Traditionen, die die Identitäten hervorbringen.

Würde Kauder dieses Thema wirklich vertreten, müsste eine deutschlandweite Debatte über nationale Identität geführt werden, eine Diskussion, der sich diese Republik seit ihrer Gründung nicht stellt, sondern weiter nur auf ihrer Verfassung pocht. (Vielmehr ist es so, dass sich die CDU mit anderen Parteien dagegen ausspricht, „Deutsch“ als Sprache in die Verfassung aufzunehmen. Wäre nicht notwendig.) Dadurch wird der eigentliche Souverän, das „Volk“, nicht gefördert und verkommt zur individualistischen Verfügungsmasse in einer Verwaltungsgemeinschaft Bundesrepublik Deutschland. Deswegen ist klar, dass (wieder Kauder) Muslime zur deutschen Gesellschaft gehören: „Muslime gehören aber sehr wohl zu Deutschland. Sie genießen selbstverständlich als Staatsbürger die vollen Rechte, ganz klar.“, weil sie Staatsbürger sind, aber der Islam als Religion sich (noch) nicht auf das vorpolitische Volkstum ausgewirkt hat und auch nicht eingebunden wurde, weil es diese Identität ja nicht geben darf. Der Islam bleibt dadurch fremd und die deutschen Mohammedaner (egal ob eingewandert oder nicht) werden sich weiter damit auseinandersetzen müssen,  aufgrund ihrer Religion gegenüber ihren Volksgenossen als illoyal zu gelten. In einem „Volk“ aus „freien Bürgern“ mit verbotener gemeinsamer, nationaler Identität kann es eben nicht anders kommen.

Quellen:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-04/islamkonferenz-kauder/komplettansicht

http://www.tagesschau.de/inland/islamkonferenz168.html

http://www.sueddeutsche.de/politik/volker-kauder-vor-der-islamkonferenz-islam-gehoert-nicht-zu-deutschland-1.1336261

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s