Studentenverbindungen: Feinde außen und innen.

Kurzer Abriss über die Geschehnisse rund um das Dachverbandstreffen des Coburger Convents in Coburg und den Burschentag in Eisenach.

Die Junge Freiheit übertreibt gerne schön einseitig, was „linksextremistische“ Straftaten angeht. Die kleinen Geschehnisse rund um das Treffen des CC in Coburg jedoch ermöglichen wieder tiefe Einblicke in die unvernünftige und unlogische Weltanschauung selbsternannter Kämpfer für Demokratie und Menschenrechte. Denn für Demokratie und Menschenrechte darf man schon mal alte, gehbehinderte Männer von hinten anfallen und sie ihrer Verbindungsmütze berauben. Oder man darf in der Gruppe auf einen Einzelnen losgehen. Tobias Westphal nennt das in der JF nur „Unfassbar. Erbärmlich. Feige.“ und stellt die Frage, wo bitteschön der Unterschied ist, wenn jemand einfach so wegen seiner Hautfarbe angegriffen wird oder weil jemand „Farben trägt.“ Die Zusammenstellung der Gewalttaten ist auf jeden Fall den Blick wert: hier klicken.

Wenigstens wurde geklärt, dass ein in der Nähe des CC-Treffens abgefeuertes Feuerwerk nicht an dem Coburger Großbrand schuld war. Einige übereilige Menschen streuten schon Geschichten über AntiFa-Brandstifter.

Gut, bleiben wir bei den „Burschen“ (Wenn es nach den „AntiFa-Menschrechtlern“ gehen würde. Denn der CC besteht aus Landsmann- und Turnerschaften.) und gehen nach Eisenach.

Unsere etablierten Medien, in diesem Fall insbesondere SPON, können mittlerweile nicht mehr zwischen den verschiedenen nationalen Gruppen differenzieren. Deswegen konnte man bei SPON jetzt lesen, dass sich die „Rechtsextremen“ beim Burschentag in Eisenach durchgesetzt haben. Die „Guten“, die Liberalen, werden jetzt vermutlich aus dem Dachverband DB aussteigen, was eine weitere Zersplitterung bedeutet.
Michael Paulwitz (man muss es schon fast so sagen) predigt seit einiger Zeit  in der JF für die Einigkeit der DB und beruft sich darauf auf die historischen Vorbilder abseits von kaiserlichem Großmachtsprunk und nationalsozialistischer Unterwürfigkeit. Selten hört man so eine vernünftige Meinung zu diesem Thema. Doch Herrn Paulwitz muss klar sein, dass er hier wohl nur wenig Gehör findet. Hier der Artikel „Nur einig stark“. Die Argumente:

Es wäre zu simpel gedacht, diesen Streit auf die medienkompatibel vorgefertigte Gut-Böse-Dichotomie von finsteren „Neonazis“ und „Rechtsextremisten“ hie und lichten „Liberalen“ da zusammenzupressen. Im Kern handelt es sich vielmehr um den Widerstreit zweier entgegengesetzter Formen von Realitätsflucht angesichts einer Lage, in der konservative, freiheitliche und patriotische Haltungen auf maximalen Gegenwind treffen, aber gerade deswegen mutige, besonnene und geradlinige Verfechter als Gegengewicht zum linksliberalen Konformismus brauchen.

Blickt man auf ihre bald zweihundertjährige Tradition zurück, erscheinen die Burschenschaften für diese Rolle geradezu prädestiniert: Haben sie doch in ihren Sternstunden, von den Freiheitskriegen über Wartburgfest und Hambacher Fest bis zum Paulskirchenparlament, als national-patriotische Avantgarde wesentliche Kapitel der deutschen Freiheitserzählung geschrieben oder maßgeblich mitgestaltet – eine positive, identitätsstiftende Nationalerzählung, die sich über den „Aufstand des Gewissens“ des 20. Juli 1944, den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und den von einer friedlichen Massenerhebung erzwungenen Mauerfall am 9. November 1989 bis heute fortschreiben läßt.

Unter dem Sperrfeuer etablierter linksliberaler Kritik zerfallen Patriotismus und Vernunft als letzter Kitt im traditionellen Burschenwesen, in dessen Inneren ohnehin starke Fliehkärfte wirken. Und so driftet die eine Seite weiter in einen realitätsfernen biologischen Nationalismus ab und die andere in eine Richtung, in der man etwas zwischen Trachtenverein und Weltbürgertum vermuten kann.
Bildlich darstellen kann man das an der Szenerie in einem Krankenzimmer:

Da sitzen zwei Söhne um das Krankenbett ihrer Mutter. Während der eine eifersüchtig auf der rechten Seite des Bettes die Hand der kranken Mutter hält und sich in Rage redet, schaut der andere, den Kopf auf die Hand gestützt, an der linken Seite des Bettes sitzend, schweigend zum Fenster hinaus. Das ganze Elend kann er gar nicht begreifen. Die Mutter hat er aufgeben. Um Heilung kümmert sich keiner von beiden. Und so ist es mit den eigentlich „besten Söhnen der Nationen“, die einen verfallen dem Irrsinn, die anderen entziehen sich der Verantwortung.

Wo sind die anderen Kinder?

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