Zurück ins Leben

Nach Axel „Hitler von Köln“ Reitz, wendet sich jetzt Andreas Molau (aktiv bei Kameradschaften, NPD, DVU, Pro NRW u.ä.) von der „extremen Rechten“ ab. Das allerdings mit viel medialen Tam-Tam.

Im lesenwerten Interview mit Publikative.org (einer in vielerlei Hinsicht oft hysterische „Kampf gegen Rechts“-Seite) kommen einige sehr interessante Stellen vor. Hier einige Zitate: Weiterlesen

Zitat zum Sonntag: Zur Sprache

„Für ein Volk ist seine Sprache etwas Besonderes. In ihr wohnt sein ganzer Gedankenreichtum an Tradition, Geschichte, Religion und Grundsätzen des Lebens, sein Herz und seine Seele. Die Sprache, in der ich erzogen bin, ist meine Sprache. So wie ein Kind alle Bilder und neuen Begriffe mit dem vergleicht, was es schon weiß, so paßt unser Geist insgesamt alle Sprachen der Muttersprache an. Sie behält er auf der Zunge, damit er nachher desto tiefer in den Unterschied der Sprachen eindringe. Sie behält er im Auge, daß, wenn er dort Lücken entdeckt, er den Reichtum der seinen liebgewinne, und ihre Armut, wo es sein kann, mit fremden Schätzen bereichere. Sie ist der Leitfaden, ohne den er sich im Labyrinth fremder Sprachen verirrt. Nicht um meine Sprache zu verlernen, lerne ich andere Sprachen, sondern ich gehe bloß durch fremde Gärten, um für meine Sprache Blumen zu holen.“

Johann Gottfried Herder

Gedanken zur Beschneidung

Für Juden und Muslime ist sie Tradition: die Beschneidung von Jungen als Zeichen der Religionszugehörigkeit. Dass dieses Ritual jedoch einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit dieser Kinder bedeutet, hat bis vor Kurzem offenbar niemanden interessiert. Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit ist eine Errungenschaft der Aufklärung, des Humanismus und der Moderne. So ist es nur konsequent, dass sich das Kölner Landgericht gegen die Beschneidung von Jungen ausgesprochen hat. So weit die Vernunft und das Recht. Die Mehrzahl der Abgeordneten im Bundestag dagegen will eine Ausnahmeregelung schaffen, die auch künftig Straffreiheit in diesem Falle gewährleisten soll. Doch warum ist man nicht konsequent? Fühlt man im Bundestag bereits das Damoklesschwert des Nazivorwurfs über seinen Köpfen hängen? Fürchtet man etwa um das weitere Wohlwollen des „großen Bruders“ USA, des engsten Verbündeten Israels? Tragen etwa auch die Befürchtungen der Industrie um den „Standort Deutschland“ und über die etwaige Abwanderung jüdischer und muslimischer Arbeitskräfte dazu bei? Weiterlesen

In memoriam Stauffenberg: Für welche Deutschlandvision er starb

„Das ‚geheime Deutschland‘ ist gleich einem Jüngsten Gericht und Aufstand der Toten stets unmittelbar nahe, ja gegenwärtig… die geheime Gemeinschaft der Dichter und Weisen, der Helden und Heiligen, der Opfer und der Opfrer, welche Deutschland hervorgebracht hat und die Deutschland sich dargebracht haben.. die Gemeinschaft derer, die – obwohl bisweilen fremd erscheinend- dennoch allein das echte Antlitz der Deutschen erschufen. Es ist als Gemeinschaft ein Götterreich wie der Olymp, ist ein Geisterreich wie der mittelalterliche Heiligen- und Engelsstaat, ist ein Menschenreich wie Dantes als ‚humana civilitas’ erschaute Jenseitswelt der drei Bezirke.. es ist die in Stufen und Ränge geordnete Heroenwelt des heutigen, des künftigen und des ewigen Deutschland.“

Ernst Kantorowicz über das Geheime Deutschland.

„Rassismus. Rassismus überall.“ Das Prinzip ZEIT Online.

Diese kleine Analyse stellt keine Ansprüche darauf, besonders tiefgehend zu sein, da sie unter großem Zeitdruck entstand, aber die Art von Artikel, wie sie ZEIT Online veröffentlicht, raubt mir zur Zeit den Schlaf. Deswegen gut, dass jetzt ein Musterbeispiel online geschaltet wurde, das ich jetzt spontan bearbeite.

In diesem Musterbeispiel beschwert sich Kübra Gümüsay (taz, Zeit, Bloggerin, uvm. …) darüber dass sie keine deutsche Volksgenossin sein darf, da ein Ex-Kommilitone meint, dass sie das auf Grund ihres muslimischen Kopftuches nun mal nicht sein könne. Diese Aussage habe es in ihr „stürmen“ lassen. Danach beschreibt sie noch andere Fälle von vermeintlichem Rassismus (natürlich nicht ohne Sarrazins „rassistische Thesen“ zu vergessen, immerhin hat sie sich mal mit ihm „gebattelt“) mit aufgesetzter Verwunderung, wie so etwas doch in akademischen Kreisen passieren könne. Das geschieht mal wieder unter dem Abschnitts-Titel „Rassismus ist ein Problem der gesamten Gesellschaft“, worauf hin man sich fragt, in welchen weltfremden Kreisen man sich eigentlich aufhalten muss um überhaupt diese Vorstellung zu bekommen, irgendwo auf dem Planeten gebe es Orte, in denen Menschen sich nicht mit dieser Problematik beschäftigten, die Frau Gümüsay und Co. KG als „Rassismus“ bezeichnen. Weiterlesen

Zitat zum Sonntag: Entfremdung vom eigensten Seinkönnen

„In der besonderen Rücksicht auf die Daseinsauslegung kann jetzt die Meinung aufkommen, das Verstehen der fremdesten Kulturen und die »Synthese« dieser mit der eigenen führe zur restlosen und erst echten Aufklärung des Daseins über sich selbst. Vielgewandte Neugier und ruheloses Alles-kennen täuschen ein universales Daseinsverständnis vor. Im Grunde bleibt aber unbestimmt und ungefragt, was denn eigentlich zu verstehen sei; es bleibt unverstanden, daß Verstehen selbst ein Seinkönnen ist, das einzig im eigensten Dasein frei werden muß. In diesem beruhigten, alles »verstehenden« Sichvergleichen mit allem treibt das Dasein einer Entfremdung zu, in der sich ihm das eigenste Seinkönnen verbirgt. Das verfallende In-der-Welt-sein ist als versuchend- beruhigendes zugleich entfremdend.“

Martin Heidegger: Sein und Zeit, S.178.