„Rassismus. Rassismus überall.“ Das Prinzip ZEIT Online.

Diese kleine Analyse stellt keine Ansprüche darauf, besonders tiefgehend zu sein, da sie unter großem Zeitdruck entstand, aber die Art von Artikel, wie sie ZEIT Online veröffentlicht, raubt mir zur Zeit den Schlaf. Deswegen gut, dass jetzt ein Musterbeispiel online geschaltet wurde, das ich jetzt spontan bearbeite.

In diesem Musterbeispiel beschwert sich Kübra Gümüsay (taz, Zeit, Bloggerin, uvm. …) darüber dass sie keine deutsche Volksgenossin sein darf, da ein Ex-Kommilitone meint, dass sie das auf Grund ihres muslimischen Kopftuches nun mal nicht sein könne. Diese Aussage habe es in ihr „stürmen“ lassen. Danach beschreibt sie noch andere Fälle von vermeintlichem Rassismus (natürlich nicht ohne Sarrazins „rassistische Thesen“ zu vergessen, immerhin hat sie sich mal mit ihm „gebattelt“) mit aufgesetzter Verwunderung, wie so etwas doch in akademischen Kreisen passieren könne. Das geschieht mal wieder unter dem Abschnitts-Titel „Rassismus ist ein Problem der gesamten Gesellschaft“, worauf hin man sich fragt, in welchen weltfremden Kreisen man sich eigentlich aufhalten muss um überhaupt diese Vorstellung zu bekommen, irgendwo auf dem Planeten gebe es Orte, in denen Menschen sich nicht mit dieser Problematik beschäftigten, die Frau Gümüsay und Co. KG als „Rassismus“ bezeichnen.

Also, in Deutschland ist alles böse und schlecht. So böse und schlecht, dass sie sich fast damit abgefunden hätte, wenn, ja wenn sie nicht nach London gegangen wäre.
Denn da stolperte sie in ein vermeintliches Muli-Kulti-Paradies: „… An meiner Uni in London funktionierte das: Dort war der Vorsitzende der Vereinigung für lesbische, schwule und transsexuelle Studenten ein Muslim. Die Leiterin der Palästinagruppe war Israeli. Einige der Sekretärinnen trugen indische Gewänder, manche Dozentinnen Kopftücher, ein Referent buddhistische Mönchskleidung. …“. Diesem Bild kann man ja durchaus positive Seiten abgewinnen, jedoch beweist Frau Gümüsay, dass sie sich mit ihrem „Deutsch-Sein“ noch nicht ausreichend auseinandergesetzt zu haben scheint, da sie die in England „gleich in der ersten Politikvorlesung“ erfahrenen ‚Wahrheiten‘ darüber, dass es ja auch in Akademien Rassismus gebe, einfach schluckte. Sie fand diese Äußerung sogar „mutig“. Zugegeben, so viel Oberigkeitshöhrigkeit ist eigentlich schon wieder so unverschämt deutsch, dass man sie aus lauter Volksgemeinschafts-Gefühlen heraus knuddeln möchte…

Zurück zum Thema:  Warum taugt dieser Artikel als Musterbeispiel?
1. Eine von Ausgrenzung Betroffene spricht.
2. Die Gesellschaft ist rassistisch. Alle. Und ein bisschen nach Göbbels: „Wer Rassist [im Original: „Jude“ Anm. d. A.] ist, bestimmen wir!„. Man beschreibt ein fast paranoides Weltbild, das fast genauso bescheuert ist wie „Ausländer sind doof, kriminell und sollen hier nicht heimisch werden dürfen“, aber für ein klares Feinbild sorgt, das in sich offen ist. D.h. der Rassist ist der Feind, aber was Rassismus ist, ist so dehnbar, dass man es gegen alles und jeden benutzen kann. Bei den Nazis war der Jude plötzlich auch überall und der Alleinschuldige. In England bei den Plutokraten, bei den Bolschewisten in Russland, an der Ostküste der VSA und bei der SPD während des Dolchstoßes usw. „Dass wir noch nicht im Paradies leben, ist die alleinige Schuld von „XYZ“… nicht etwa wir mit unseren falschen Ansprüchen an den Menschen.“

„Rassismus… Überall Rassismus.“ Meme zum Thema. Quelle: http://www.memecreator.org

3. Es wird nicht oder nur ein wenig hinterfragt, ob die ablehnenden Reaktionen berechtigt sind. Denn es gibt einen Unterschied zwischen den Aussagen „Der Neger (oder Rasse XYZ, Glaubensgemeinschaft, Nationalität) ist von sich aus ein Verbreche.“ und „Ich habe schlechte Erfahrungen mit Negriden gemacht“. Auch wird geleugnet, dass die einheimische Bevölkerung oder Individuen, die sich an lokalen tradierten Lebensweisen orientieren, ein gewisses Vorrecht haben. Allein das Denken des „Vorrechts“ ist rassistisch. Der/ die AutorIn selber fühlt sich gar nicht zu Deutschland und den Deutschen zugehörig, sondern hat vielleicht ein Papier, wo das draufsteht. Aber sie ist es nicht. Am besten lässt man den Artikel von einem überzeugten Weltbürger schreiben.
4. Es werden massig Beispiele gebracht, dadurch wird der Leser „erdrückt“. „Pseudo-Empirie“.
5. Ein positives Beispiel wird beschrieben, möglichst aus dem Ausland. Denn alles was in deutschem Boden verwurzelt ist, ist bööööse.

So ist zu ihrer blumigen Darstellung des ach-so-bunten Universitätsbetriebs in London vielleicht auch die Schattenseite zu benennen: Für einen John Cleese ist London nicht mehr englisch genug, Verbrechen werden aus Angst vor Rassismusvorwürfen vertuscht bzw. nicht gemeldet und die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander (siehe Krawalle im letzten Jahr).

Was bleibt einem also zu tun, während sich die bunten Zuchtprodukte der multikulturellen, ortlosen Verfügungsmasse zum Vergnügen elitärer, gieriger alter Säcke samt dauerjugendlichem Anhang tummeln und sich ihre von einer als Gerechtigkeit verkleideten Eigenschaftslosigkeit erwärmten Herzen aneinander reiben, damit dann eine davon erregte Presse darüber rauschhaft berichten darf? Berichte, die auf dem Leichentuch von Volksherrschaften, Kulturen, sozialer Wärme und gefestigter Lebensfreude gedruckt werden, um den aufrüttelnden und erschreckenden Anblick des Zustandes eben dieser Dinge zu versperren?

Vielleicht genauer hinhören, richtig hinschauen und… auf die Wiedersprüche hinweisen, dabei aber aufpassen, dass man nicht den Boden unter den Füßen verliert. So lange man noch Wurzeln hat…

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5 Gedanken zu „„Rassismus. Rassismus überall.“ Das Prinzip ZEIT Online.

  1. Solange man mit der Rassismuskeule jede erdenkliche Diskussion im Keim ersticken kann, wird man Probleme aufstauen, die sich irgendwann in einem großen Krach entladen werden.

    Man vergisst leider, dass die (berechtigte) Forderung nach Integration bei Gott kein Rassismus ist, sondern ein wichter Teil für das Zusammenleben in der Gesellschaft.

    Aber mit dem System Rassismus lässt sich schnell Aufmerksamkeit, Mitleid und vor allem auch Macht und Geld erhaschen. Weit hat man es gebracht, in unserer Gesellschaft, die so sehr auf Meinungsfreiheit baut …

    • Größtenteils Zustimmung, nur bei dem Integrationsbegriff muss ich noch mal nachhaken:

      Das Problem ist, dass weite Teile des Volkes unter „Integration“ die „Eindeutschung“ von Einwanderern sehen, also das Einwanderer sich als Teil des deutschen Volkes sehen und sich dementsprechend kleiden und verhalten.

      Dieses Verständnis ist aber in weiten Teilen der Wissenschaft und in der Politik nicht akzeptiert. Hier meint „Integration“ die teilweise Eingliederung des Einwanderers und dezidiert nicht die „Eindeutschung“. Das Volksverständnis über Integration wird eher abgewertet und als kompliziert und ineffizient bezeichnet da es meist langfristig ist und viele Ansprüche an den Einwanderer stellt.

      In den Handlungsempfehlungen (ab Seite 638) der Studie „Lebenswelten junger Muslime“ stellt diese Sichtweise gut dar. So unterscheidet man den Integrationsberiff in sich noch einmal in kulturelle, strukturelle, soziale Integration, identitikatorische Integration. Dieses Verständnis soll laut den Autoren durchgesetzt werden, auch wenn die Leute das gar nicht wollen. Ihnen geht es dabei um: „…“Standort Deutschland“ als moderner, toleranter, weltoffener und damit für die Welt attraktiver Staat mit Vorbildwirkung.“ (S. 653). Es wird also verkannt das es in Deutschland noch ein Volk gibt und man durch diese Politik Einwanderer und Eingesessene weiter entfremdet und es in Deutschland noch nie ein Assimilationspolitik gegeben hat. Aber wie gesagt, es geht um den wirtschaftlichen „Standort“ Deutschland und nicht um das Deutschland als Heimat von Menschen.

  2. Auch in mir „stürmte“ es als ich den Artikel die letzten Tage gelesen habe.
    Vielen Dank für die Analyse
    Das Problem ist doch, dass jeder ein anderes Verständnis von „Rassismus“ hat.
    Zugegeben, das Deutschsein daran festzumachen, ob jemand ein Kopftuch trägt oder nicht, deckt sich nicht mit meinem Verständnis von Volkszugehörigkeit. Ich verstehe auch nicht wie man in einem akademischen Umfeld auf diese Idee kommt.
    Trotzdem hat Frau Gümüsay eine etwas eigne Auffassung vom Begriff „Rassismus“ ebenso wie sie eine andere Auffassung von „Deutschsein“ hat.
    Ich unterstelle ihr einfach mal, sie wolle eigendlich nicht teil einer „deutschen“ Gesellschaft sein , sondern Teil einer multikulturellen wie die im VK. Das ist hier zulande aber nicht der Fall.
    Hätte ich eine Dozentin die orientalische Kleidung tragen würde, würde ich sie rein aus Intresse fragen woher ihre Familie stamme. Bin ich dadurch schon Rassist ?

    • Antwort zur letzten Frage: Ja, mit einem Bein schon. Weil Sie das als so besonders wahrnehmen, das Sie nachfragen.

      Zu Kopftuch und Rassismus: Das mohammedanische Kopftuch gehört für viele Menschen nicht zu „Deutschland“, deswegen kann eine Frau die das trägt auch keine Deutsche sein (was ja bei zahlreichen Konvertitinnen schon schwierig wird). Es für diese Deutsche eher noch ein Zeichen das man sich gegen das hier Gewachsene abschirmt.

      Wie märz1848 schon geschrieben hat, geht es bei dem Rassismusbegriff um Macht, da man moralisch festlegen kann was erlaubt und was nicht erlaubt ist. Man kämpft sich damit zu den Schalthebeln der Gesellschaft vor.

      Und was die Unterstellung angeht: Gar nicht mal so falsch. Das Problem ist nur, das es ja in Deutschland schon von der Politik aus keine „deutsche Gesellschaft“ geben darf, sondern eine multikulturelle. Frau Gümüsay entspricht dadurch nur dem von etablierten Strukturen gewünschten Menschenbild. Einwanderer und Eingesessne werden durch diese Gesellschaftspolitik veräppelt, da man das gewachsene Eigenartige einfach durch dieses „Multikulti“ ersetzen möchte. Der Verwurzelte wundert sich über die weiterhin artfremden Einwanderer und die Einwanderer wundern sich darüber, das sie von den Verwurzelten nicht wirklich akzeptiert werden. Die Gesellschaft zerrüttet, das gemeinsame „Volk“ als Souverän verschwindet und die Politiker reiben sich die Hände.

  3. Pingback: “Rassismus. Rassismus überall.” Teil 2: “Sondersendung” | Die Jungdeutschen

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