Zurück ins Leben

Nach Axel „Hitler von Köln“ Reitz, wendet sich jetzt Andreas Molau (aktiv bei Kameradschaften, NPD, DVU, Pro NRW u.ä.) von der „extremen Rechten“ ab. Das allerdings mit viel medialen Tam-Tam.

Im lesenwerten Interview mit Publikative.org (einer in vielerlei Hinsicht oft hysterische „Kampf gegen Rechts“-Seite) kommen einige sehr interessante Stellen vor. Hier einige Zitate:

„… Molau: Nehmen wir die zentralen rechten Themen Kultur, Nationen und Völker – da hatte ich den Fokus darauf gelegt, es seien geschlossene Systeme. Ich habe nicht gemerkt, dass diese Systeme aber immer auch offen sind.
Gensing:  Kultur und Völker als offene Systeme – für die NPD eigentlich undenkbar. Haben Sie solche Ideen auch geäußert? …“
„… Gensing: Auch bei den Nationalkonservativen, zu denen ich Sie zählen würde, ist oft die Rede von deutscher Identität, Heimat und Kultur. Warum wird das so wenig mit Leben erfüllt?
Molau: Weil sie zu weit von der Gesellschaft entfernt sind. Ich habe festgestellt, dass jeder Heimatverein, jeder Fußballverein, jede Freiwillige Feuerwehr, jedes Engagement an der Basis, dass da eben viel mehr für die Identität gemacht wird, als in diesen rechten Zirkeln, die das für sich in Anspruch genommen haben.
Gensing: Selbst fast jeder Großstadtmensch fährt mal aufs Land und geht in einem zünftigen Landgasthof essen, das ist kein religiöser Akt. Die Begriffe Heimat und Kultur werden doch vollkommen überhöht. [Argh! Genau das ist ein Musterbeispiel für das Problem in Deutschland unserer Tage. Wir haben Verachtung und Überhöhung, aber das ‚Dazwischen‘ sieht fast kein Mensch mehr. Auf Überhöhung gehe ich jetzt mal nicht ein, weil klar ist, was damit gemeint ist, aber das verächtliche „Schnitzelessen“: Man kann doch nicht im Ernst glauben, dass die Fahrt aufs Land zum Schnitzelessen die Kultur und Heimat pflegt. Beides verkommt dadurch zur Kitsch und kommerzialisierten Folklore, die sich der Großtädter „mal antut“, ohne dass er noch wirklich Bezug dazu hat, die Lebensart versteht. Das ist, ich sag es jetzt mal so: doof. Das bringt nichts. Himmel! Anm. cundar]
Molau: Genau. Überhöhung und fehlender Realitätsbezug. Ich habe da im Casa Pound in Italien über Identitäten geredet, das war auch toll, aber es war eher eine intellektuelle Selbstbefriedigung. …“ Hier das ganze Interview: klick mich.
Herzlichen Glückwunsch zu der Feststellung mit der Wirkung der Vereine und dem fehlenden Realitätsbezug. Auch ist die Feststellung von Gensing wohl richtig, Molau scheint weiterhin ein Nationalkonservativer zu sein und eben nur mit dem Extremen zu brechen. In großen Teilen des Interviews schimmert ein leicht wehmütiges „Wäre ich doch nur bei der JF geblieben“ heraus. Ob dahin eine Rückkehr als „Verräter“ möglich ist, scheint mehr als fraglich, da die JF manchmal bestimmte Personenkreise streift, die das sehr brüskieren würde. Vor allem dürfte das die Kämpfer gegen Rechts wieder gegen ihn aufbringen. Falls er aber wirklich „versöhnen“ will, wie man bei der SZ lesen darf, kann man Glück wünschen:

„Molau versucht, reinen Tisch zu machen. Es bedrücke ihn, Menschen verletzt und Dingen Vorschub geleistet zu haben, „die nicht zu akzeptieren sind“. Und weiter: ‚Der Rassist Molau hat in den Reden zugespitzt, um Wirkung zu erzielen – der jetzige Molau möchte gern versöhnen.'“

Das er es ernst meint, scheint zumindest klar, wie man im NDR-Beitrag vom Verfassungsschutz und einem weiteren Interview erfahren darf.

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