Kritik des linksliberalen Mainstreams

An der sozialen Integrität des Volkes zerren im Wesentlichen zwei Kräfte: erstens die raffgierigen Blüten des globalisierten Kapitalismus, dazu mehr z.B. HIER. Zweitens die linksliberale Meinungsmache in Medien, Bildungswesen, Kulturpolitik und -geschehen. Alt-68er und im Multikulti-Geist Herangewachsene sitzen in Meinungsmultiplikator-Positionen in Redaktionen, Intendanturen, Behörden und wissenschaftlichen Instituten. Sie verbreiten ein Gedankengut, das geprägt ist von einem radikalen Individualismus und der Emanzipation des Menschen von jeglicher sozialen und kulturellen Bindung. In den Zeitungen liest man es, im Radio und im Fernsehen hört und sieht man es, auch auf den öffentlich-rechtlichen Sendern. An den Schulen wird die Jugend maßgeblich in ihrem Geiste erzogen. Das Kulturgeschehen ist davon geprägt. Man liest es in der Literatur, sieht es im Theater und auf künstlerischen Ausstellungen. Allenthalben werden soziale Werte in Frage gestellt, oftmals  auch regelrecht durch den Dreck gezogen.

Es ist eine soziale Zerfallserscheinung, wenn eine Wagneraufführung im Theater nur mit geschlossenen Augen zu ertragen ist, weil die erhabene, zeitlose Musik durch eine Inszenierung auf Rinnsteinniveau konterkariert wird, in der mit dem Einsatz von Erbrochenem und Sperma nicht gegeizt wird. Viele fühlen sich zwar davon abgestoßen, wollen aber keine Kritik äußern, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, auf eine „entartete Kunst“ herabzuschauen wie einst die Nazis. Gute Beispiele für das Aufeinanderprallen der schwer nachvollziehbaren künstlerischen Intention und dem gesunden Menschenverstand bodenständiger Bürger sind das Schicksal der „Fettecke“ und der mit Verbandsmaterial versehenen „Badewanne“ von Joseph Beuys. Diese wurden von einem Hausmeister bzw. Mitgliedern eines SPD-Ortsvereins in Unkenntnis darüber entfernt, dass es sich um „Kunstwerke“ handeln sollte. Dass in solchen Fällen Schadensersatz in fünfstelliger Höhe gezahlt werden musste, kann bei einem bodenständigen Menschen nur Kopfschütteln hervorrufen.

Das kommt davon, wenn Kunst sinnfrei oder beleidigend ist, anstatt bestehende Konflikte konstruktiv aufzugreifen oder eine Zielvorstellung zu verkörpern. So kann sie keine Vorbildfunktion für den Einzelnen oder für die Gesellschaft haben. Der Mensch, der sich diesem Bildungs- und Kulturbetrieb unkritisch aussetzt, droht über kurz oder lang kulturell entwurzelt zu werden und seine Bindungen zu verlieren. Der frei im Raum der Möglichkeiten schwebende Mensch scheint das Ideal dieser Ideologie zu sein. Dieser Mensch kann frei entscheiden, ist aber auch verlassen.

Ein nie endendes Anspruchsdenken gegenüber Staat und Gesellschaft, resultierend aus einem von Medien und Schulen vermittelten Radikalindividualismus breitet sich aus. Man fragt überall, was man vom Staat bekommen kann – kaum einer fragt mehr, was er für die Gemeinschaft tun kann. Hier soll jedoch nicht dem Neoliberalismus das Wort geredet werden, der alle sozialen Aufgaben in die Hände privater Organisationen und der ehrenamtlich engagierten Bürger legen will. Es kann auf der anderen Seite auch nicht angehen, dass die Wohlfahrt von großzügigen Gönnern und „Philanthropen“ abhängig ist wie etwa in Amerika. Wer benachteiligt oder unglücklich ist, aber dennoch leistungsbereit, soll natürlich vom Staat Unterstützung erfahren und auch ein gutes Recht darauf haben. Denn Almosen von jenen zu erhalten, die offenbar nicht wissen, wohin mit ihrem Geld und die sich ein besseres Gewissen verschaffen wollen, indem sie etwa eine Suppenküche oder einen Kindergarten sponsern, kann dem Selbstbewusstsein nicht förderlich sein. Seinen Stolz soll der verantwortungsbewusste Bürger stets behalten können. Und dazu brauchen wir durch Steuergelder finanzierte öffentliche Wohlfahrtsorganisationen, auch wenn sie nicht nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten wie ein Unternehmen arbeiten können.

Die Ideale des linken Mainstreams von der Spaßgesellschaft und der Verantwortungslosigkeit verschärfen bedrohliche Entwicklungen wie das Demographieproblem. Wer möchte sich denn noch, zumal in jungen Jahren, die Lebensqualität dadurch ruinieren, dass er Kinder aufzieht? Die Unlust auf Verantwortung und das dauernde Bedürfnis der Menschen nach Partylaune und Leichtfüßigkeit führen zur zunehmenden Beziehungsunfähigkeit und demonstrativen Beliebigkeit der sozialen Kontakte und Bindungen. Das Ideal der Familie wird demontiert und gilt als langweilig und spießig. Wer keine Lust auf Kinder und das Pech hat, vom letzten One-Night-Stand schwanger geworden zu sein, treibt eben mal schnell ab. Die Schwangerschaftsberatung erscheint da als Last und Zeitverschwendung. Die Reue kommt jedoch in vielen Fällen Jahrzehnte später, wenn die eigenen Kinder schon erwachsen wären. Rechtzeitig ein Problembewusstsein zu schaffen, wäre auch eine Aufgabe von Bildung und Medien.

Auch die Bindung an Religionen wird angegriffen, massiv im Fall des Christentums, aber interessanterweise nur vereinzelt im Fall des Islams. Denn hier liegt ein Konflikt im Denken der Vertreter des linken Mainstreams: Migranten sind a priori unschuldig und gut, Deutsche dagegen verkappte Rassisten, die ungefragt von den kulturellen Wurzeln des Faschismus befreit werden müssen. Dazu zählt für so manchen linksliberalen Ideologen auch das Hineinwachsen in ein christliches Umfeld. Dass der Islam aber kein Deut emanzipierter ist, sondern in der Praxis oftmals das Gegenteil der Fall ist, führt nicht dazu, dass der Islam ebenfalls unter ideologisches Feuer genommen würde. Vielmehr scheint jedes Mittel recht, die deutsche Mehrheitskultur zu untergraben.

So werden auch die Konflikte, die sich aus der Erfordernis der Integration der Migranten in Deutschland ergeben, vom linksliberalen Mainstream ausgeblendet, statt denen demonstrativ den Schutz des Staats zuzusichern, die sich klar zur aufnehmenden Gesellschaft und ihren Werten bekennen und von jenen angefeindet werden, die alle Rechte in Deutschland haben wollen, aber nicht bereit sind, ihren moralischen Pflichten nachzukommen. Abgehobene Sozialwissenschaftler etwa pflegen ein weltfremdes Verständnis von Integration, wonach Einwanderer über auch über mehrere Generationen ihre Herkunftsidentität neben der Identität des aufnehmenden Landes erhalten sollen, und der Staat dies sogar noch fördern soll. Lesen Sie dazu HIER mehr.

Die Hinterfragung von Traditionen und Werten ist durchaus sinnvoll, damit das Volk mit den Veränderungen in der Welt Schritt halten und im internationalen Wettbewerb und Miteinander erfolgreich sein kann. Die Kritik darf aber kein Selbstzweck sein, denn dann greift sie die Grundlagen des sozialen Miteinanders an und spaltet die Gemeinschaft in unsolidarische Parallelgesellschaften auf und vereinzelt die Individuen.

Quellen:

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/mit_sperma_blut_und_kotze/

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2012/junge_muslime.pdf?__blob=publicationFile

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41599919.html

Jörg Haider: Die Freiheit, die ich meine. Ullstein Verlag, Frankfurt/Main, Berlin 1993

Johannes Amende, Joseph Beuys: Joseph Beuys und die Fettecke: eine Dokumentation zur Zerstörung der Fettecke in der Kunstakademie Düsseldorf, Edition Staeck, Heidelberg 1987

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Über Reisig

Reisig erblickte 1983 in der Pfalz das Licht der Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums und dem Abitur führte ihn die Bereitschaft, seinen Dienst an der Gemeinschaft zu tun, zur Bundeswehr, wo er seinen Grundwehrdienst leistete. In den folgenden Jahren studierte er ein naturwissenschaftliches Fach. Während des Studiums engagierte sich Reisig einige Zeit in der politischen Linken. Dies ergab sich ihm aus seiner Ablehnung eines unreflektierten Untertanengeistes und der wirtschaftlichen Ausbeutung des unmündigen Bürgers. Dabei galt ihm stets das Wohl des deutschen Volkes als höchstes Ziel. Die Erkenntnis, dass weite Teile der Linken dieses Ziel nicht teilen wollen und dass er nunmehr keine faulen Kompromisse mehr machen wollen würde, ließ Reisig vom gesamten etablierten Parteienwesen Abstand nehmen. Eine neue politische Heimat fand Reisig bei den Jungdeutschen. Er hat an einer deutschen Universität in einem naturwissenschaftlichen Fach promoviert, ein Jahr in den Vereinigten Staaten verbracht und lebt heute in Süddeutschland.

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