Es gibt noch Politiker, die ja und nein sagen können: CDU-Haushaltspolitiker Willsch

Heute morgen brachte der Deutschlandfunk ein Interview mit dem CDU-Haushaltsbeauftragten Klaus-Peter Willsch. Er gehört, wie z.B. auch Frank Schäffler von der FDP, zu den wenigen Angehörigen des Bundestages, die offen Kritik an der Euro-Politik der Bundesregierung üben. Zitat:

Es ist in der Tat bereits in den zurückliegenden Jahren, auch in zehn vorgekommen, die EZB hat schon 211 Milliarden, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, an schlechten Anleihen auf dem Buch. Aber dass das jetzt sozusagen nicht mehr getarnt wird als ein Eingriff, der wegen plötzlichen Marktirritationen ist, sondern systematisch erfolgen soll, ist in der Tat ein Dammbruch. Das ist ein grundsätzlicher Fehler, weil damit Staatsdefizite direkt mit der Notenpresse finanziert werden und der Zins ausgeschaltet wird. Das gehört ja ausdrücklich dazu. Der Zins ist dabei das einzige Signal, das man Schuldnern geben kann, um ihnen zu zeigen, ob sie so weitermachen können, oder ihr Verhalten ändern müssen.

Der Ankauf von Staatsanleihen durch die Zentralbank provoziert Inflation, da die Zentralbank praktisch unbegrenzt über Geld verfügt, da sie es ja erschafft. Die Geldmenge steigt somit ungeachtet ihres Verhältnisses zur Menge an Waren und Dienstleistungen. Das nennt man geldmengeninduzierte Inflation.

Nun zur Auflockerung noch zwei humoristische Leckerbissen aus dem Interview:

Müller: Hat Ihr Hund jetzt gebellt, Herr Willsch, weil er nicht einverstanden ist, mit dem, was Sie sagen?
Willsch: Nein. Nein, nein, der hat sich aufgeregt. Der hat gerade Draghi im Fernseher gesehen.

(…)

Müller: Wollen wir ein bisschen spekulieren, wir haben nicht mehr viel Zeit. Nächste Woche entscheidet das Bundesverfassungsgericht über den Rettungsschirm. Haben Sie ein Gefühl, wohin die Reise geht?

Willsch: Nein, ich bin kein Kaffeesatzleser. Das macht das Bundesverfassungsgericht ganz alleine.

Quelle:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1860070/

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Über Reisig

Reisig erblickte 1983 in der Pfalz das Licht der Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums und dem Abitur führte ihn die Bereitschaft, seinen Dienst an der Gemeinschaft zu tun, zur Bundeswehr, wo er seinen Grundwehrdienst leistete. In den folgenden Jahren studierte er ein naturwissenschaftliches Fach. Während des Studiums engagierte sich Reisig einige Zeit in der politischen Linken. Dies ergab sich ihm aus seiner Ablehnung eines unreflektierten Untertanengeistes und der wirtschaftlichen Ausbeutung des unmündigen Bürgers. Dabei galt ihm stets das Wohl des deutschen Volkes als höchstes Ziel. Die Erkenntnis, dass weite Teile der Linken dieses Ziel nicht teilen wollen und dass er nunmehr keine faulen Kompromisse mehr machen wollen würde, ließ Reisig vom gesamten etablierten Parteienwesen Abstand nehmen. Eine neue politische Heimat fand Reisig bei den Jungdeutschen. Er hat an einer deutschen Universität in einem naturwissenschaftlichen Fach promoviert, ein Jahr in den Vereinigten Staaten verbracht und lebt heute in Süddeutschland.

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