Kurdische Krawalle in Mannheim: Waren das etwa auch „antifaschistische“ Krawalle?

YouTube Bildschirmfoto zeigt die AntiFa-Flagge während der Mannheimer Krawalle. Bildausschnitt nachträglich verzerrt.

Am vergangenen Samstag verwandelte sich ein kurdisches „Kultur-Festival“ in eine  „Kurdische Gewaltorgie“ (Welt). Das Ergebnis waren 80 verletzte Polizisten, zerstörte Einsatzwägen und eine beschädigte Umgebung. Die Polizisten wurden mit Flaschen, Ziegeln und Feuerwerkskörpern angegriffen.
Schockierend lächerlich ist der Anlass, so soll ein Ordner einem Jugendlichen verboten haben, eine Flagge der verbotenen PKK mit auf das Gelände zu bringen. Als dieser sich weigerte, spitzte sich die Situation zu und die Polizei wurde von den Ordnern gerufen. Diese konnte jedoch gar nicht eingreifen. Eine aufgebrachte und aufgehetzte Menge soll sich daraufhin des öffentlichen Raums bemächtigt haben. Kerngruppe der Krawalle soll eine Gruppe von 500 französischen Kurden sein. Der ganze Haufen soll dann auf bis zu 1000 Personen angeschwollen sein. Erst nachdem die Polizei Verstärkung erhalten hatte, konnte die öffentliche Ordnung wieder errungen werden. Vorher war sie zur Untätigkeit verdammt. Ausführlicher Bericht bei der Welt (die anderen Großen schweigen oder murmeln nur darüber). Es folgt eine kleine Analyse über den Fall und die eigenartige Rolle der „AntiFa“.

Natürlich gibt es auch dazu YouTube-Videos. Wenn man diese betrachtet, fragt man sich, ob diese Aufnahmen wirklich aus Deutschland stammen. Lediglich an Schildern erkennt man es noch, ansonsten schaut es nach einem sehr weit südlicheren Land aus – von der Sprache, der Kleidung, den Menschen her. Neben dem Aussehen wirkt auch das Verhalten der Menschen befremdlich bzw. erinnert an Muster, die wir hier nicht gutheißen, siehe Rostock vor 20 Jahren (Wiki) (Vor allem im Kommentarbereich findet man ein Eldorado der Beleidigungen, mit denen sich Türken, Kurden und Deutsche gegenseitig versuchen zu erniedrigen – und es auch schaffen, da sie sich selber durch ihre Bosheit entblößen). In diesem Video vom letzten Samstag sieht man, wie unter dem Jubel der Menge einige Jugendliche auf einem Dach Ziegeln entfernen um sie anschließend Richtung Polizei zu werfen. Dazu werden nationalistische Parolen gerufen. Kurdischer Kulturkampf auf deutschem Boden? Geht’s noch!?

Während man sich über diesen unnötigen Irrsinn ärgert, erweckt ein Detail in den Videos wieder heimatliche Gefühle. Eine DEUTSCHE ANTIFA-FLAGGE (bei 1:50)! „Schööööön“. Mit an vorderster Linie dabei, wird sie, wie man hier sehen kann (ab 11:05), begeistert geschwenkt.

Ausländische Nationalisten setzen das deutsche Recht außer Kraft und machen Krawalle und die AntiFa mischt irgendwie mit („Wie genau?“ bleibt als Frage). Diese hier gefundene peinliche Konstellation lässt die Absichten der AntiFa – der Kampf gegen „alle Formen eines menschenfeindlichen Nationalismus“ – doch eher als Vorwand für Zersetzungsarbeit erscheinen. Sie bestärkt eher die Annahme, dass die AntiFa im gesellschaftlichen Zerfallsprozess als praktischer Brandbeschleuniger und theoretischer Dekonstrukteur auftreten möchte, wohl von der Hoffnung getragen, in dem anschließenden Chaos und Wegbrechen der „alten“ (die von Grund auf üble kapitalistische) Ordnung ein neues paradiesisches Reich der Menschenfreundlichkeit aufzubauen. Die sehr heterogene „antifaschistische“ Bewegung stellt dieses Verhalten immer wieder unter Beweis, wenn sie selbst Fußball-Patriotismus oder „Friedenseichen“ als Ausdruck deutschen Nationalismus rigoros bekämpft, aber bei außereuropäischen nationalen Bestrebungen meist mit ihrem Latein am Ende zu sein scheint und gerne nichts bis wenig unternimmt. Dass sie damit die Menschen in Deutschland noch mehr spalten, wird von ihnen billigend in Kauf genommen („Wo gehobelt wird, da fallen Späne.“) oder nicht verstanden. Sie entsprechen damit dem Bild des linken wie rechten Fanatikers, das Artur Mahraun schon vor 80 Jahren in „Volk gegen Kaste und Geld – Jungdeutsches Manifest“ in der Sprache seiner Zeit beschrieben hat:

„Sie trösten sich mit dem Bekenntnis der heilgen Glut des Hasses. Sie hassen die Feinde. Sie sind der Achtung nicht fähig und schlagen damit dem obersten Grundsatz der christlichen Weltanschauung ins Angesicht. Ihre Sehnsucht ist Unruhe. Ihr Blick flackert im Feuer der Leidenschaft. Sie suchen mit Gier nach Feinden, aber nicht nach Menschen, die man lieben kann. […] Der Fanatiker greift gierig nach dem Kleinen, Verächtlichen und Verwerflichen, und begründet auf seiner Abscheu die Größe seiner Leidenschaft.
Der Fanatiker verneint, der heldische Mensch bejaht. …“.

Nachtrag 19:08 Uhr:

Das Antifa-Infoportal linksunten.indymedia veröffentlichte einen „Bericht“ der A.R.A.B. (Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin – Ha-ha-ha…) in dem die Vorkommnisse in Mannheim als „Angriff der Polizei auf ein kurdisches Kulturfestival“ dargestellt werden. Angeblich seien nur 40 Polizisten verletzt worden und die Sicherheitskräfte hätten mehrere Tage lang kurdische Jugendliche provoziert und verhaftet, nachdem diese sich mit den „Faschist_innen“ der türkischen „Grauen Wölfe“ „auseinandergesetzt hatten. Zudem sei der politische Charakter des kurdischen Festivals der Polizei ohnehin ein „Dorn im Auge“ gewesen.
Ähnlich sehen es auch die Veranstalter des Festivals, die YEK-KOM. Die Verantwortung für den Gewaltausbruch liege daher bei der Polizei, die auf türkische Desinformation gehört habe, die türkischen Faschisten indirekt geschützt (Durch Verhaftungen der kurdischen Jugendlichen. Das billige Argument: „Deutsche Polizisten schützen die Faschisten!“ kommt wieder zur Geltung.) und kurdische Jugendliche „brutal“ misshandelt haben soll. Zudem soll die Polizei, nicht die Ordner, versucht haben, einem 12-Jährigen (nicht 14-Jährigen) die verbotene Fahne wegzunehmen. Die Ordner sollen zudem von der Polizei gezwungen worden sein, sich aus dem Eingangsbereich zu entfernen, was die Situation ebenso verschärfte. Eine Besucherin sieht mittlerweile keinen Unterschied zwischen deutschen und türkischen Beamten. Weitere Beschränkungen im Demonstrationsrecht verbittet man sich. Den Gewaltausbruch bedauern sie jedoch.

Ich finde es ausgesprochen offensichtlich, wie sich die „antifaschistische“ Fassung mit dem Bericht der Veranstalter deckt und welche Bilder und (negative) Erwartungen sie bedienen. Ziel: Hass, Verunsicherung, Unruhe, Misstrauen gegen über den „türkenhörigen“, „faschistischen“ Deutschen. Kurz: Zersetzung. Überzogen, aber ein sanfter Klatsch auf den Hinterkopf: Was bei den Nazis „der Ausländer“ ist, ist dann „der Deutsche“ für diese Leute. Selbstbestimmung und Freiheit der Völker ist eine feine Sache, aber wenn sich diese Volksgenossen_innen schon nicht mal in einem fremden Staat – der ihnen Heimstätte bietet – fern ihres angestammten Siedlungsgebietes benehmen können, wird das bisschen Verständnis, das man dieser Bestrebung entgegenbringt, schnell verbraucht. Auch weil man sich fragt, warum diese überzeugten *Was-auch-immer* überhaupt noch in Deutschland sind, wenn sie doch lieber *Was-auch-immer* statt Deutsche sein möchten.

Die Wahrheit über dieses Ereignis wird also wieder der Deutungskraft irgendeiner Gruppe  unterworfen werden. Verrückte Welt.

Quelle:
http://www.linksunten.indymedia.org/en/node/66802
http://www.arab.blogsport.de/

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