Kommentare: Erniedrigen mit den Niederlanden, Mit Fußball hält sich Merkel an der Macht, Europäisches Wehr-Rumgemache, Asylbewerberheim-Doku

Es folgen vier Kurz-Kommentare zu Absonderlichkeiten zu aktuellen Geschehnissen.

Kommentar zum Kommentar über die Wahl in den Niederlanden

Sehr geehrte Genossinnen und Genossen,

unsere Genossen_innen von der Süddeutschen Zeitung bejubeln den Fall reaktionärer Elemente bei den vergangenen Parlamentswahlen in den Niederlanden. So schreibt Thomas Kirchner in der SZ:

„Das war nicht zu erwarten: In Massen haben sich die Niederländer bei den Parlamentswahlen von den politischen Extremen abgewandt, sind geradezu geflohen in die Mitte. Sie hatten die Nase voll von wackelnden Regierungen, erratischen, großspurigen Politikern, unhaltbaren Versprechen. Sie wollten kein Kabinett mehr, das von einem unberechenbaren Scharfmacher wie Geert Wilders abhängt und nach ein paar Monaten schon wieder zusammenkracht.

Fünf Mal innerhalb von zehn Jahren mussten die Wähler nun ein neues Parlament bestimmen, und diesmal, in Zeiten der Krise, drückten sie die Gefühle weg, stoppten das ewige Lamento über die etablierten Parteien, und folgten ihrem Verstand. Heraus kam eine klare strategische Entscheidung: gegen Populismus, für Europa. Das ist gut für die Niederlande, gut für den Kontinent, und nicht zuletzt ein Zeichen für die Kraft und die Lebendigkeit der parlamentarischen Demokratie europäischer Prägung.“

Herr Kirchner schrieb ein Kommentar, und da darf emotional formuliert werden. Aber ich glaube, er hätte auch etwas die „Gefühle“ wegdrücken und dem „Verstand“ folgen sollen. Denn dann wäre ihm vielleicht aufgefallen, dass er das ohnehin, in diesem Kontext, stark ausgereizte Phras-O-Meter, weiter stark ausgereizt hat. Politisch eindeutig wird dem Leser klar gemacht, was los ist. So kommt mir der Letzte der oben zitierten Absätze vor wie eine Lobeshymne aus dem vergangen Jahrhundert, als unsere heldenhaften Vorfahren die Kraft und die Lebendigkeit des deutschen Volkes bewiesen haben, als sie einig für Reich und Krone gegen den Feind gezogen sind. Eine klare strategische Entscheidung! *hust* Ich hoffe ich konnte anschaulich darstellen, wie ich es meinte.

Weiter wird Wilders mit folgenden Eigenschaftswörtern und Bezeichnungen geschmückt:
politischen Extremen, großspurigen Politikern, unhaltbaren Versprechen, unberechenbaren Scharfmacher, geschickte Populist, eiskalt; populistische Spuk;

Und dagegen die „braven, staatstragenden Sozialdemokraten“ gestellt.

„Das könnte eine Lehre weit über die Grenzen hinaus sein. Der populistische Spuk, der die Niederlande und manch andere mittel-, ost- und nordeuropäische Länder in den vergangenen Jahren erfasst und erschüttert hat, ist kein Grund zum Verzweifeln, er ist kein Anlass, an den Eckpfeilern des politischen Systems oder des eigenen Verstands zu zweifeln. Er ist ein Grund, in die Hände zu spucken und dagegenzuhalten. Mit Politik und Herz.“

Also, Augen zu und durch! Das Wahlvieh kommt wieder zurück zu den Trögen. Das es Vieh bleibt, anstatt zu Menschen zu werden, sei uns egal!

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/geert-wilders-niederlage-niederlaender-waehlen-den-populistischen-spuk-ab-1.1466874

Wie nationale Unfähigkeit gezüchtet wird. Am Beispiel NachDenkSeiten.
aka Merkel hält sich mit Fußball an der Macht.

Laut http://www.stopptdierechten.at (einer „Aufklärungsseite“ der österreichischen Grünen) ist für „Rechte“ typisch, dass sie folgende Denkmuster aufzeigen:

  • „personalisierendes Denken, Verschwörungstheorien, „Sündenbock“-Mechanismen
  • manichäisches Weltbild, Freund-Feind-Schema, dichotomisches Denken: Reduktion der Komplexität sozialen Lebens“

Oha! Albrecht Müller hat bei den NachDenkSeiten darüber gerübelt, dass es eine Methode sein könnte, nationale Überheblichkeit zu schaffen, indem man beim Fußball die deutschen Fußballklubs benennt, in denen die ausländischen Nationalspieler arbeiten. Also im Sinne davon, dass sie nur deswegen so gut sind, weil sie in einem deutschen Verein spielen. Er kommt daher zum Schluss:

„Man muss davon ausgehen, dass die Förderung dieser Überheblichkeit auch der Stabilisierung der politisch Herrschenden dienen soll. Wir sollen uns wohl fühlen, das ist die Basis des Wahlkampfes der Angela Merkel und ihrer Koalition.“

Jawoll! Ganz richtig! Nationalismus ist nur ein Instrument in den Händen der Eliten, um die unmündigen und zu befreienden Menschen weiter zu lenken und zu versklaven. Man kennt es. Diese Weisheit ist mittlerweile schon ein bisschen älter und es stellt sich vielmehr die Frage, ob der Nationalismus nicht noch andere Seiten hat, die den „Eliten“ gefährlich werden können. Es ist ein bisschen schizophren, so ein Urteil zu fällen, wenn einen Tag später die Grundlagen für einen europäischen Bundesstaat geschaffen werden (ESM). Getragen von der Partei, der man hier nationalistische Wohlfühl-Wahlkampf-Taktik unterstellt (gar nicht mal so unrecht, aber in diesem Kontext etwas daneben). Außerdem wäre daran zu denken, dass (international!) im Fußball mittlerweile die Vereine sehr wichtig sind, so dass auch bei deutschen Spielern von den ausländischen Vereinen gesprochen wird. Die „Penetranz“  mag da in der Art des Spiel-Kommentators liegen.

Ich würde hier mal sagen, dass wir Denkmuster feststellen können wie: personalisierendes Denken, Verschwörungstheorien, Freund-Feind-Schema, Reduktion der Komplexität des sozialen Lebens. Und *Puff* ist das Rinks-Lechts-Schema kaputt.

Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=14419

Europäisches Wehr-Rumgemache

Nur knapp und ohne tiefer darauf eingehen zu wollen: Die EADS und BAE sollen fusionieren (Verweis Handelsblatt). Damit würde eine der größten Konkurrenten zu den US-Unternehmen entstehen. Praktisch für die anstehenden Konflikte selber so einen Riesen zu haben, der weite Felder von Hochtechnologie-Waffen abdeckt (z.B. Drohnen, ausführlicher bei SPON). Allerdings sind alle größeren Projekte in den vergangenen Jahrzehnten in dieser europäischen Größenordnung zu mittleren Katastrophen geworden. Untaugliche Tiger-Helikopter, zu teure Transportflugzeuge, flugunfähige Euro-Fighter und nie eingehaltene Lieferzeiten sprechen für sich. Die nationale Wehrmacht und kleinere Rüstungsunternehmen scheinen daher doch noch ein verlässlicher Richtwert für Rüstungsprojekte zu sein. „Scheinen“ deswegen, da sich u.a. in Afghanistan Wehrmaterial als erschreckend unfähig bewiesen hat. So soll z.B. das neue Sturmgewehr G36 Mängel aufweisen, was die Durchschlagskraft und die Verlässlichkeit bei längeren Gefechten angeht. Es ist daher wehrtechnisch vielleicht eher von Interesse, eine Konzentration und Besinnung bei den nationalen Wehrmachten, wie auch bei einer europäischen Wehrmacht (einschließlich Rüstungsunternehmen) zu bewerkstelligen, anstatt sie mit immer neuen ziellosen Organisierungsvorgängen wehruntauglich zu machen.
Sehenswerte Doku über das Leben in einem Asylbewerberheim in Deutschland

Für einen Monat sind zwei Reporter des RBB in ein Asylbewerberheim gezogen. Was sie erlebt haben, wie die Menschen dort leben und wie leicht man dort die Krätze, aber keinen Schlaf bekommt, zeigt die Doku unaufgeregt und klar. Sehenswert. Das Video findet sich in der Mediathek der ARD.

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