Mohammed-Schmähfilm – Teil 1: Kulturkampf in Deutschland

Achtung, Fäkalsprache!

„So eine Scheiße! Ich ärgere mich, dass wegen so einer Scheiße Menschen sterben mussten!“ So direkt äußerte sich ein Freund von mir, nachdem er den knapp 15-minnütigen Trailer zu „Die Unschuld der Muslime“, dem nun bekannten „Mohammed-Schmähfilm“, gesehen hatte. Er traf damit auch meine Meinung. Es ist erbärmlich, dass so ein dilettantischer, vulgärer und plump gemachter Film (der nicht viel mit dem Film „Das Leben des Brian“ zu tun hat) nun zu solchen Ärgernissen führt. Aber ist wirklich der Film der Grund? Für die Aufregung in der mohammedanischen Welt? Dem politischen Durcheinander bei uns? Nein. Der Film war ein billiger Anlass. Sicher, ein guter, da er wirklich überragend schlecht ist, aber vor allem nur ein Anlass für fanatische Gruppen, mal wieder Randale zu machen und gegen „den Westen“ zu hetzen. Denn für den Fanatiker ist Unruhe notwendig und vor allem nach Revolutionen wichtig um seine revolutionären Ziele umzusetzen.

Ein schlechter Film sorgt dafür, dass sich Millionen Menschen in einem ebensolchen schlechten Film wiederfinden. In Europa und scheinbar genauso auch im Rest der Welt.
Unruhen, aufgehetzte Massen, Morde, Terror, Demonstrationen… das alles nur wegen Gotteslästerung? Und dann Politiker, die „beruhigen“ und Frieden halten wollen, während ein kleiner Teil der Menschheit komplett durchdreht? Und vor allem unverständlich: Der Terror in anderen Ländern sorgt dafür, dass ein hohes Gut, die Meinungsfreiheit, plötzlich in Deutschland hinten angestellt wird, nur um „religiöse Gefühle“ und „die öffentliche Ordnung“ zu schützen? Gehen wir über das Kleine zum großen Ganzen. (noch ca. 800 Wörter)

Teil I: Der Kulturkampf in Deutschland

Was soll das? Warum ist in Deutschland plötzlich bei einigen Parteien wieder die Gottesfurcht ausgebrochen? Sonst sind die Parteien und Medien doch nicht so sensibel… In unserer „aufgeklärten Gesellschaft“ gehörte es doch zum guten Ton, auf die Religion zu schimpfen, von einer areligiösen Gesellschaft zu träumen, in der die „Politik“ alles regelt. Nur ausländische Religionen durften sich noch bewussten Glauben erlauben. Der Christ, der versuchte, seinen Glauben zu zeigen, durfte schon immer und oft auch für nichts böse beschimpft werden. Ich sage nur: „Christen fisten!“. Fisten? Ist eine Sexualpraktik, die mit der Faust zu tun hat, dies sei nur zum besseren Verständnis erwähnt. In den letzten Jahrzehnten gab es immer wieder Filme, Bücher und Zeitschriften, die mit den eigenen Religionen (ich nehme da jetzt auch mal die heidnischen mit dazu) böse ins Gericht gegangen sind.
Jetzt, wo Randale anstehen, die öffentliche Sicherheit gefährdet wird, sind religiöse Gefühle wieder zu beachten.
Was soll das? Sollen jetzt wieder die Christen durch die Straßen ziehen, z.B. das Titanic-Redaktionsbüro stürmen und anschließend die gesamte Redaktion auf den Ausgaben verbrennen, auf denen die Papst-Karikatur abgebildet ist? Oder sollen wir Moscheen abfackeln? Oder sollen sich Katholiken und Protestanten wieder den Schädel einschlagen? Reagieren die etablierten Machthaber wirklich nur so auf Gewalt? Kann man Respekt nur noch durch Gewalt erzeugen?
Bei Nazis und „Ausländerfeindlichkeit“ ist doch auch sofort der Staatsschutz und die gesamte ach-so-demokratische „Zivilgesellschaft“ mit ihren „Nazis raus!“-Parolen bei der Stange. Oder bei „emanzipatorischen, antifaschistischen Demonstrationen“ (sprich: „Wir hauen irgendwas kaputt, was „kapitalistisch“ aussieht“) steht sofort die Prügelgarde der Landespolizei bereit und die CDU schimpft über die „linken Chaoten“. Warum nennt die Presse sofort die Religion und nationale Zugehörigkeit der Produzenten des Schmähfilmes (Sogar falschen Fährten von wegen „Juden“ wurde gierig nachgegangen), wo sonst doch ganz kultursensibel berichtet wird („Südländer“). Warum spricht niemand mal in den etablierten Medien an, dass die schockierenden Handlungselemente in dem Film leider nicht fiktiv, sondern z.T. tatsächlich dem Leben Mohammeds entlehnt sind – wenn auch furchtbar entstellt?
Aber bei den wenigen Muslimen (Es ist ja nur eine Minderheit die im Ausland randaliert!), da muss man ja sehr verständlich sein. „Natürlich darf es keine Randale geben…“ ABER anstatt das EIGENE Grundrecht zu verteidigen, sprechen einige einflussreiche Stimmen weiter davon, doch indirekt den Forderungen ausländischer Fanatiker und deren Unterstützer in Deutschland nachzukommen.

Was für ein fatales Bild! Zu recht weist die liberale Vereinigung der Muslime in Deutschland darauf hin, dass dieses Kuschen, ein Verbot dieses Films, in Deutschland, wahrscheinlich wie auch für andere Europäer, als einer von vielen Kniefällen vor einigen brutalen Eindringlingen und Landräubern angesehen wird und die „Islamfeindlichkeit“ entsprechend steigen wird. Der Alltag vieler Menschen in Europa ist geprägt von Ereignissen wie sie Neuköllns Bürgermeister Buschkowsky in seinem neuen Buch schildert.
Ein Alltag, in dem offensichtlich Fremde die Reste von Sitte, Anstand und Gesetz umstürzen, und Leute, die sich „selbstverständlich“ daheim fühlen, das Gefühl vermitteln, in einem anderen Land zu leben. Brutal treffen die Ansichten zweier Welten aufeinander: In der einen gelten die Religion, die „Rasse“ und Volkszugehörigkeit alles, in der anderen sehr wenig bis gar nichts. Dazu kommt, dass erstere zum Teil ein Wertesystem mitbringt, das wir „im Westen“ für das tägliche Leben als überwunden betrachten.
Wenn wir dieser Bully-Logik nachgeben, wird das auch ein Schlag ins Gesicht für all die Muslime, die sich bemüht haben, oft auch unter Ausgrenzung ihrer eigentlichen deutschen Volksgenossen, eben Mitbürger und Volksgenossen zu werden. „Warum soll ich Teil dieses Volkes werden, wenn es sich bei Ärger gleich aufgibt!?“
Ohnehin, die Bully-Logik: Das Recht des Stärkeren sollte durch das „Recht“ in Europa ausgehebelt werden. Doch auf vielen deutschen Pausenhöfen wiederholt sich alltäglich das gleiche Trauerspiel: „Pausenbrot, Taschengeld und Handy her, sonst gibt es Haue!“. Auch darauf geht Buschkowsky ein: „Wir erziehen unsere Kinder zur Gewaltlosigkeit. Wir ächten Gewalt in der Begegnung und bringen das unserem Nachwuchs bei. Andere bringen ihren Jungs bei, stark, tapfer und kampfesmutig zu sein. Die Ausgangssituation ist einfach ungleich.“ Dazu kommt noch, dass es einen türkischen Film gab, in dem z.B. Juden ähnlich bösartig dargestellt wurden. Ansonsten stellte dieser Film das Hollywood-Prinzip nur auf den Kopf: Muslime moralisch überlegen, VS-Amerikaner sind affig-grausame Rambos (Titel des Films: Tal der Wölfe). Auch damals gab es Aufregung aber eben keine Toten.

Wer sich nicht wehrt, wird in diesem Verhältnis Opfer bleiben, es sei denn, die Gemeinschaft bzw. die Lehrer setzen dem Treiben ein Ende, indem sie das Verhalten an der Wurzel bekämpfen (die soziale wie auch die kulturelle Grundlage in den Familien) und auch offensiv (!) im Pausenhof sowie darüber hinaus ächten. Eine Ohrfeige ist in dieser Situation sicher auch nicht das richtige Instrument. Eher noch, dass man den geschundenen Menschen beibringt, sich zu wehren. Recht braucht im täglichen Leben die Kultur, aus der es gewachsen ist, sonst wird Recht wirkungslos!
Lesen Sie im nächsten Teil (erscheint morgen), welche Rolle die „Freiheit“ im Kulturkampf spielt.

 

Quellen:

http://www.bild.de/politik/inland/integration/buergermeister-neukoelln-heinz-buschkowsky-26224140.bild.html
http://www.welt.de/themen/islamismus/2/
http://www.welt.de/debatte/article109259035/Vermeintlicher-Volkszorn-ist-Salafisten-Aktion.html
http://www.welt.de/themen/islamismus/2/
http://www.welt.de/politik/ausland/article109397467/Demonstranten-stuermen-Islamisten-Kaserne.html

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