Island erhebt seine Stimme

Die Wirtschaftskrise treibt basisdemokratische Blüten: 2008 waren in Island Spekulationsblasen geplatzt, woraufhin eine Reihe isländischer Banken pleite ging und die Inflation grassierte. Die Isländer gingen auf die Straße und beschlossen, die Politik selbst in die Hand zu nehmen. In der Folge hatte ein 25-köpfiger direkt gewählter Verfassungsrat aus ebenfalls aus dem Volk kommenden Vorschlägen einen Verfassungsentwurf erstellt. Dieser Prozess war ein Vorbild in der heute so oft beschworenen Transparenz und konnte im Internet via Facebook, Twitter u.a. mitverfolgt werden. Der fertige Entwurf wurde von den Isländern ebenfalls direktdemokratisch im Rahmen eines „ratgebenden Volksentscheides“ angenommen. Der Wermutstropfen dabei ist jedoch, dass diese den Willen des Volkes repräsentierende, von den Eitelkeiten der etablierten Politik völlig unabhängige Verfassung nicht etwa automatisch in Kraft tritt. Stattdessen wird das isländische Parlament erst im nächsten Jahr darüber befinden, ob die veraltete Verfassung von 1944 abgelöst werden soll. Aber immerhin, ein wichtiger Schritt hin zu Selbstbestimmung der Bürger und Emanzipation von Parteienklüngeleien ist gemacht. Es bleibt zu hoffen, dass das auch hierzulande Schule macht. Weiterlesen

Zitat zum Sonntag: Das stählerne Gehäuse der rationalen Arbeitswelt

„Niemand weiß noch, wer künftig in jenem Gehäuse wohnen wird und ob am Ende dieser ungeheuren Entwicklung ganz neue Propheten oder eine mächtige Wiedergeburt alter Gedanken und Ideale stehen werden, oder aber – wenn keins von beiden – mechanisierte Versteinerung, mit einer Art von krampfhaftem Sich-wichtig-nehmen verbrämt. Dann allerdings könnte für die ‚letzten Menschen‘ dieser Kulturentwicklung das Wort zur Wahrheit werden: ‚Fachmenschen ohne Geist, Genussmenschen ohne Herz: dies Nichts bildet sich ein, eine nie vorher erreichte Stufe des Menschentums erstiegen zu haben.‘“

Max Weber: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus.

Cundars Wortpresse

Einige Artikel: „Imperien können auch gut sein“; Rechtsextremer Schornsteinfeger bekam den „schwarzen Peter“; Ein Preis des Wortes für einen Aufstand der Geschlechtsteile; Sinti und Roma sind nicht das Problem…; Etablierte Denunziation-Schickeria

Rechtsextreme Schornsteinfeger bekam den „schwarzen Peter“
Wenn jemand „beim Staat arbeitet“ (nicht als Beamter aber als „Beliehener“), in fremder Leute Wohnungen geht um dort den Kamin zu reinigen, sollte er eine gewisse Neutralität mitbringen und verinnerlicht haben.
Wenn so jemand in seiner Freizeit dann den Mördern von unschuldigen Leuten „gedenkt“ und sich damit gegen seinen Arbeitgeber und seine „Kunden“ stellt, sollte er damit rechnen seine Arbeitsstelle zu verlieren.
So geschehen beim Schornsteinfeger Battke. Und die humoristische oder einfach geschmacklose Aufarbeitung auf lachschon.de (eine der obszönsten und unlustigsten Seiten des deutschsprachigen Raums).

„Imperien können auch gut sein“
Irgendwie hat man mir in der Schule beigebracht, Imperien sein böse. Ich fand das damals schon scheiße, weil…

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Cundars Wortpresse

Nun haben also die „Identitären“ in Deutschland ihre erste Aktion durchgeführt und sich somit  auch ein bisschen Berichterstattung eingehandelt. Und zwar in der „Community“-Sparte beim  Freitag, verfasst von einem TKAISER. Was ich von der „Identitären Bewegung Deutschlands“ halte, soll an anderer Stelle ausführlich behandelt werden. Jetzt geht es um die Berichterstattung. Denn die zieht beinahe wieder alle Register um die Faschismuskeule zu schwingen.

Berichtet wird von der Aktion der IBD (bzw. der Frankfurter Abteilung) die bei der Eröffnungsveranstaltung der interkulturellen Woche mit „Multikulti wegbassen“-Schildern und Masken ein bisschen gestört haben. Das war die erste Aktion auf deutschen Boden. Eine vergleichbare, wenn auch mit mehr Menschen, durchgeführte Aktion in Wien, wurde von der dortigen Presse als „rassistischer Übergriff“ dargestellt. Dabei wurde auch hier nur mit Masken getanzt. Eine Teilnehmerin der gestörten Wiener Caritas-Veranstaltung tanzte zu dem mit den Identitären. Soviel zur Sachlage. Jetzt zur Freitags Berichterstattung/Meinungsäußerung:

Zunächst einmal…

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