Das Deutsche in der Wissenschaft

KolumneWer heute eine internationale wissenschaftliche Konferenz besucht, wird aller Wahrscheinlichkeit nach mit der englischen Sprache konfrontiert werden. Sogar auf vielen Konferenzen nationalen Umfangs in Deutschland ist Englisch die Präsentations- und Diskussionssprache. Das ist insbesondere in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern so, in zunehmendem Maße aber auch in den Geistes- und Kulturwissenschaften. In der Vergangenheit dominierten verschiedene Sprachen in verschiedenen Disziplinen; so auch das Deutsche. Dass gerade der Stellenwert der deutschen Sprache so frappierend nachgelassen hat, ist in erster Linie eine Folge der beiden Weltkriege und des Wunsches der Siegermächte nach Brechung der ehemals starken Position deutscher Kultur in der Welt. Doch auch andere Sprachen werden heute zurückgedrängt, so z.B. das Französische. Die Globalisierung greift somit wie in praktisch alle Lebensbereichen auch in die Frage der wissenschaftlichen Sprache ein.

Die ZEIT beschäftigt sich aktuell mit dem Vorstoß einiger Wissenschaftler des „Arbeitskreis Deutsch als Wissenschaftssprache e.V.“ (ADAWIS). Sie haben bereits 2005 „Sieben Thesen zur deutschen Sprache in der Wissenschaft“ veröffentlicht, die man auf der Internetseite auch unterschreiben kann.  Darin geht es unter anderem darum, dass man in seiner Muttersprache besser denken und formulieren könne als in einer Fremdsprache und dass sich die Wissenschaft von der Normalbevölkerung isoliere, wenn sie eine Fremdsprache spreche.

Der ZEIT in ihrer globalisierten, entwurzelten Haltung fällt dazu nichts Besseres ein als:

„Dass ihr Anliegen, Deutsch als Wissenschaftssprache zu forcieren, provinziell sein könnte, darauf kommen die Initiatoren gar nicht.“

Aber zurück zu den sieben Thesen: Obwohl die darin angeführten Gedanken alle gut, vernünftig und unterstützenswert sind, können sie den Leser ernüchtern. Denn eine Sache fehlt darin: das Feuer, die Glut für die Sprache, einfach weil sie unsere Sprache ist.

Die deutsche Sprache ist nicht nur ein Vehikel für Gedanken, sondern auch ein zentrales Merkmal unserer Identität. Allein das ist Grund genug, sie bedingungslos zu fördern.

Quellen:

http://www.zeit.de/wissen/2012-12/Wissenschaftssprache-Deutsch

http://www.adawis.de/

http://www.7thesenwissenschaftssprache.de/

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Über Reisig

Reisig erblickte 1983 in der Pfalz das Licht der Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums und dem Abitur führte ihn die Bereitschaft, seinen Dienst an der Gemeinschaft zu tun, zur Bundeswehr, wo er seinen Grundwehrdienst leistete. In den folgenden Jahren studierte er ein naturwissenschaftliches Fach. Während des Studiums engagierte sich Reisig einige Zeit in der politischen Linken. Dies ergab sich ihm aus seiner Ablehnung eines unreflektierten Untertanengeistes und der wirtschaftlichen Ausbeutung des unmündigen Bürgers. Dabei galt ihm stets das Wohl des deutschen Volkes als höchstes Ziel. Die Erkenntnis, dass weite Teile der Linken dieses Ziel nicht teilen wollen und dass er nunmehr keine faulen Kompromisse mehr machen wollen würde, ließ Reisig vom gesamten etablierten Parteienwesen Abstand nehmen. Eine neue politische Heimat fand Reisig bei den Jungdeutschen. Er hat an einer deutschen Universität in einem naturwissenschaftlichen Fach promoviert, ein Jahr in den Vereinigten Staaten verbracht und lebt heute in Süddeutschland.

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