Weihnachten, Julfest und Wintersonnenwende

kerzeDie Weihnachtszeit kann uns zur Besinnung kommen lassen, über uns selbst, unsere Mitmenschen und alle anderen Fassetten unserer Umwelt. Wenn wir nicht gerade jeden Abend vor dem Fernseher oder Computerbildschirm sitzen, sondern auch einmal bewusst in Wald und Feld spazieren gehen und mit offenen Augen Himmel und Erde begreifen, können wir zu unserer mehr oder weniger verschütteten Verbindung mit der Natur zurückfinden. Wir stellen dann fest, dass die Nächte länger geworden sind, dass man mitunter im Dunkeln zur Arbeit fuhr und abends im Dunkeln nach Hause kam. Seit dem 21. Dezember ist dies anders, denn an diesem Tag spielte sich nicht nur der vermeintliche Weltuntergang oder Besuch von Außerirdischen ab, sondern er ist auch der Tag der Wintersonnenwende. Es ist schade, dass sich im Gegensatz zum Thema des Maya-Kalenders kaum noch jemand dessen bewusst ist, dass dieses wichtige Naturereignis ebenfalls auf dieses Datum gefallen ist. Danach werden die Tage wieder länger und ein sprichwörtliches Aufatmen geht durch Wald und Flur. Es tut gut, einfach mal in die Natur hinauszugehen, tief durchzuatmen, zur Ruhe zu kommen und dem nachzuspüren.

Das Christentum feiert den 24./25.12. als die Geburt Jesu Christi. Mit ihm kommt neues Leben in die Welt. Die zeitliche Nähe zur Wintersonnenwende ist sicherlich kein Zufall. Auch die Alten Germanen maßen der Zeit nach diesem Naturereignis große Bedeutung zu. Sie glaubten, in den Rauhnächten in Verbindung mit den Toten treten zu können und fürchteten die Wilde Jagd. Diese bezeichnet den stürmischen Ritt der Götter, Walküren und Einherier, der gefallenen Krieger in Wodans Gefolge, über den Himmel. Altes Brauchtum, das die Verfolgungen des Mittelalters überstanden hat, kündet uns noch heute davon. Die Nationalsozialisten versuchten, die Bräuche, die sich um das Julfest ranken, zu instrumentalisieren. Das ist bedauerlich und ärgerlich, aber das heißt nicht, dass uns der Weg zu diesen Wurzeln durch den braunen Sumpf dazwischen versperrt wäre. Wir brauchen nur einen offenen Geist und ein offenen Herz.

Wir können eine christliche Bedeutung in die Weihnachtstage legen, eine heidnische und eine allgemein naturmystische. Letzteres steht allen offen, selbst Atheisten. Diese Tage sind eine gute Gelegenheit, zu sich selbst zu finden – aber auch die Verbindungen mit der Natur zu spüren, die uns umgibt und deren Teil wir sind.

Wir wünschen allen Lesern diese Besinnlichkeit und frohe Weihnachten!

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Über Reisig

Reisig erblickte 1983 in der Pfalz das Licht der Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums und dem Abitur führte ihn die Bereitschaft, seinen Dienst an der Gemeinschaft zu tun, zur Bundeswehr, wo er seinen Grundwehrdienst leistete. In den folgenden Jahren studierte er ein naturwissenschaftliches Fach. Während des Studiums engagierte sich Reisig einige Zeit in der politischen Linken. Dies ergab sich ihm aus seiner Ablehnung eines unreflektierten Untertanengeistes und der wirtschaftlichen Ausbeutung des unmündigen Bürgers. Dabei galt ihm stets das Wohl des deutschen Volkes als höchstes Ziel. Die Erkenntnis, dass weite Teile der Linken dieses Ziel nicht teilen wollen und dass er nunmehr keine faulen Kompromisse mehr machen wollen würde, ließ Reisig vom gesamten etablierten Parteienwesen Abstand nehmen. Eine neue politische Heimat fand Reisig bei den Jungdeutschen. Er hat an einer deutschen Universität in einem naturwissenschaftlichen Fach promoviert, ein Jahr in den Vereinigten Staaten verbracht und lebt heute in Süddeutschland.

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