Reichsgründungstag

Bismarckturm (Lizenz: Wikimedia commons/ SPBer)

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Der 18. Januar hat eine politische Bedeutung, der sich heute wohl fast nur noch Historiker und Angehörige einiger Studentenverbindungen bewusst sind. Am 18.1.1871 fand die Kaiserproklamation im Versailler Schloss nach dem Sieg der vereinigten deutschen Heere im Deutsch-Französischen Krieg statt. Dieses bedeutende Ereignis wurde im Deutschen Kaiserreich alljährlich öffentlich auf Massenveranstaltungen gefeiert. Es war ein besonders schöner Brauch, dass auf den über das ganze Land verteilten Bismarcktürmen an diesem Tag weithin sichtbar Feuer brannten. So brannte die Liebe zu Deutschland auf den Türmen wie in den Herzen der Menschen.
Auch die Weimarer Republik blieb der Tradition treu, den Reichsgründungstag zu feiern, wenngleich keine Feuer mehr entzündet wurden. Der republikanische Charakter Deutschlands sollte unterstrichen und unterbunden werden, dass monarchistische Kräfte sich dieses Datum zu Nutze machten. Die NS-Diktatur beging die Feiern nur in den ersten Jahren. Seitdem gab es keine öffentlichen Feiern zum Anlass des Jubiläums der Verwirklichung der so genannten kleindeutschen Lösung mehr, d.h. der Vereinigung der deutschen Kleinstaaten in einem neuen Nationalstaat unter preußischer Führung, allerdings ohne Österreich.

Auch wenn das Kaiserreich geprägt war von einer Erstarrung vieler Lebensbereiche und man an der Monarchie und der Kolonialpolitik vieles kritisieren kann, so war es doch eine Zeit des zunehmenden Wohlstands, des wissenschaftlichen Fortschritts und nicht zuletzt großer politischer Macht und großen Nationalbewusstseins. Daran wollen wir uns gerne erinnern und entzünden deshalb am 18. Januar eine Flamme für Deutschland.

Quellen:
http://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/1000/bru/bru1p/kap1_2/kap2_203/para3_1.html;jsessionid=98A65CDCBE3EA8842F55199CD23F54DC?highlight=true&search=Kahl&stemming=false&pnd=&start=&end=&field=all
Fritz Schellack: Nationalfeiertage in Deutschland von 1871 bis 1945. Frankfurt a.M. [u. a.] 1990, S. 161 f., 193 ff., 261 ff.

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Über Reisig

Reisig erblickte 1983 in der Pfalz das Licht der Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums und dem Abitur führte ihn die Bereitschaft, seinen Dienst an der Gemeinschaft zu tun, zur Bundeswehr, wo er seinen Grundwehrdienst leistete. In den folgenden Jahren studierte er ein naturwissenschaftliches Fach. Während des Studiums engagierte sich Reisig einige Zeit in der politischen Linken. Dies ergab sich ihm aus seiner Ablehnung eines unreflektierten Untertanengeistes und der wirtschaftlichen Ausbeutung des unmündigen Bürgers. Dabei galt ihm stets das Wohl des deutschen Volkes als höchstes Ziel. Die Erkenntnis, dass weite Teile der Linken dieses Ziel nicht teilen wollen und dass er nunmehr keine faulen Kompromisse mehr machen wollen würde, ließ Reisig vom gesamten etablierten Parteienwesen Abstand nehmen. Eine neue politische Heimat fand Reisig bei den Jungdeutschen. Er hat an einer deutschen Universität in einem naturwissenschaftlichen Fach promoviert, ein Jahr in den Vereinigten Staaten verbracht und lebt heute in Süddeutschland.

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