Zitat zum Sonntag: Stefan George über die Sprache

Das Wort

Wunder von ferne oder traum

Bracht ich an meines landes saum

 

Und harrte bis die graue norn

Den Namen fand in ihrem born —

 

Drauf konnt ichs greifen dicht und stark

Nun blüht und glänzt es durch die mark …

 

Einst langt ich an nach guter fahrt

Mit einem kleinod reich und zart

 

Sie suchte lang und gab mir kund:

“So schläft hier nichts auf tiefem grund“

 

Worauf es meiner hand entrann

Und nie mein land den schatz gewann …

 

So lernt ich traurig den verzicht:

Kein ding sei wo das wort gebricht.

 

Stefan George, 1919.

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