Eurokrake schlägt zu: zypriotische Kontoinhaber enteignet

EUDieser neue Schritt in der Entwicklung der Schuldenkrise ist ein starkes Stück und lässt uns für unsere eigene Zukunft Böses ahnen: Wer ein Konto bei einer zypriotischen Banken hat, bekommt mindestens 6,75 % seines Guthabens abgezogen. Diese praktisch über Nacht in Brüssel ausgeheckte einmalige „Steuer“, die nichts anderes als eine Enteignung darstellt, verursachte am heutigen Samstagmorgen auf Zypern einen Bankrun. Wer sein Geld von der Bank holen wollte, um der jähen Zwangsabgabe zu entgehen, hatte jedoch keine Chance: Wie die Deutschen Wirtschaftsnachrichten schreiben, hatten die Banken den abzuführenden Teil der Guthaben bereits eingefroren. So augenfällig sind die Bürger selten daran beteiligt worden, den Forderungen internationaler Banken nach Begleichung der Staatsschulden bei ihren Instituten nachzukommen. Viel deutlicher kann man Risiken nicht sozialisieren.

Focus Money Online schreibt: „Die Regierung in Nikosia braucht das Geld vor allem, um seine Banken zu stützen, die wegen des Schuldenschnitts in Griechenland in die Klemme gerieten.“

Ein Schuldenschnitt verlagert das Problem nur von einem Land ins andere, so lange Staaten die Schulden ihrer Banken auf ihre Kappe nehmen. Da mächtige Interessen in der internationalen Hochfinanz und an der Spitze des globalen Schuldgeldsystems dagegen sprechen, Banken pleite gehen zu lassen, ist am Ende ist immer der Staat und somit das Volk der Dumme. Offenbar nimmt hier ein Dominoeffekt seinen Lauf. Wir dürfen gespannt sein, wann er bei uns ankommt.

Zur Frage, was das für den deutschen Steuerzahler bedeute, schreibt der Spiegel: „Zypern erhält keinen Zuschuss, sondern Kredite aus dem bestehenden Krisenfonds ESM, die das Land zurückzahlen muss. Erst wenn Nikosia zahlungsunfähig würde und seine Kredite nicht mehr bedienen könnte, würden die deutschen Steuerzahler zur Kasse gebeten.“

Zypern wird wohl kaum den ESM-Kredit zurückzahlen können, da es dazu ein beispielloses Wirtschaftswachstum bräuchte. Den anderen südlichen Euroländern könnte eine ganz ähnliche Enteignung von Privatbankeinlagen blühen. Und weiter geht das Spiel und weiter wird der Crash des Euro auf Kosten der Bürger hinausgezögert. Zuletzt könnte diese Entwicklung bei uns in Deutschland ankommen. Und dann werden wir uns wünschen, wir hätten schon viel früher eingesehen, dass für den Euro gilt:

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Quellen:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/16/bank-run-auf-zypern-nach-eu-rettungsbeschluss/
http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/euro-laender-auf-milliarden-hilfe-geeinigt-geldsparer-muessen-zypern-rettung-mitfinanzieren_aid_941330.html
http://www.focus.de/finanzen/videos/premiere-in-der-euro-krise-euro-laender-bitten-erstmals-bankkunden-zur-kasse_vid_36194.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/gipfel-in-bruessel-so-muessen-die-bankkunden-zypern-retten-a-889230.html

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Über Reisig

Reisig erblickte 1983 in der Pfalz das Licht der Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums und dem Abitur führte ihn die Bereitschaft, seinen Dienst an der Gemeinschaft zu tun, zur Bundeswehr, wo er seinen Grundwehrdienst leistete. In den folgenden Jahren studierte er ein naturwissenschaftliches Fach. Während des Studiums engagierte sich Reisig einige Zeit in der politischen Linken. Dies ergab sich ihm aus seiner Ablehnung eines unreflektierten Untertanengeistes und der wirtschaftlichen Ausbeutung des unmündigen Bürgers. Dabei galt ihm stets das Wohl des deutschen Volkes als höchstes Ziel. Die Erkenntnis, dass weite Teile der Linken dieses Ziel nicht teilen wollen und dass er nunmehr keine faulen Kompromisse mehr machen wollen würde, ließ Reisig vom gesamten etablierten Parteienwesen Abstand nehmen. Eine neue politische Heimat fand Reisig bei den Jungdeutschen. Er hat an einer deutschen Universität in einem naturwissenschaftlichen Fach promoviert, ein Jahr in den Vereinigten Staaten verbracht und lebt heute in Süddeutschland.

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