Zitat zum Sonntag

„Problematisch wird der Liberalismus erst, um es auf eine einfache Formel zu bringen, wenn er libertär geworden ist und deshalb die Fähigkeit verloren hat, mit geschichtlichen Krisen fertig zu werden. Eine Gesellschaft, in der der Liberalismus den Charakter einer ideologischen Hegemonialmacht angenommen hat, ist nicht fähig, Krisenlagen wie der gegenwärtigen zu begegnen. Der Liberalismus braucht als korrigierende, ihn ständig an die Wirklichkeit erinnernde Gegenmacht einen vernünftigen, über sich selbst aufgeklärten Konservativismus. Ein Liberalismus, der dieses Korrektiv verneint, schafft sich selbst ab, weil er in liberalem Überschwang all die Kräfte, Werte und Güter verneint, deren er bedarf, um den Sinn einer liberalen Philosophie überhaupt zu begründen. Die größte Heimsuchung der Liberalen ist, daß sie die Neigung haben, dem Brandstifter das eigene Haus zu öffnen. Das ist eine große Einsicht des Schweizer Dichters Max Frisch. Deshalb braucht der Liberalismus als Gegenhalt einen ihm auch geistig gewachsenen Konservativismus.“

Günter Rohrmoser

Advertisements

„Typisch deutsche Mädels“

FundstueckeDie Vorführdame („das Model“) Maike hat sich bei der sehr populären Fernsehsendung „Germany’s Next Topmodel“ eine Aussage erlaubt, die ihr Rassismus-Vorwürfe einbringt und für Verstimmung bei ihren Konkurrentinnen sowie bei den Medien sorgt. GMX berichtet, sie habe anlässlich ihrer Bewerbung für die Teilnahme an einer Opel-Werbung gesagt:
Die suchen ganz typisch deutsche Mädels, weil’s eine deutsche Automarke ist. Die wollen das Auto doch gut verkaufen …
Man muss der Dame eine gewisse Naivität vorhalten, da Opel seit 1929 zu General Motors gehört. So viel zum Thema deutsche Automarke. Abgesehen davon wirbt eine Automarke mit Bildern, die bei der jeweils angepeilten Zielgruppe am besten wirken sollten. Je nachdem, wo die Autos verkauft werden sollen, kann es den größten Absatz bringen, mit einem nordischen Gesicht oder lateinamerikanischen Assoziationen zu werben. Weithin sind sicherlich blonde Frauen gerne gesehen, so in Südeuropa, wo diese Haarfarbe selten ist.
An Maikes Aussage ist nichts Rassistisches. Sie stellt eine Vermutung über die Werbestrategie eines Autoherstellers an. Sie sagt nicht, dass „typisch deutsche Mädels“ als Menschen irgendwie hochwertiger seien als andere. In einer speziellen Marktsituation mögen sie den Verkauf von Autos begünstigen.
Das ist alles.
Spekulationen, die darüber hinausgehen, zeugen von einem verkrampften Verhältnis zur eigenen Identität.

Quelle:

http://www.gmx.net/themen/tv/shows/28acd6w-rassismus-eklat-gntm#.focus.Rassismus-Eklat%20bei%20GNTM.229.728

Zitat zum Sonntag

„Wir müssen wirklich ganz von vorne anfangen. Wir können ganz von vorne anfangen: uns fehlen alle polemischen Affekte gegen die Tradition (haben wir doch nichts, von wo aus wir polemisch ein könnte); und zugleich ist uns die Tradition völlig entfremdet, völlig fragwürdig. […] Wir sind noch viel tiefer unten als die Höhlenbewohner Platons.“

Leo Strauss, 1930.

Vier Dinge zur EU

Cundars Wortpresse

Meine Motivation zu blocken war und ist politische (Nicht nur – aber leider ist das Thema zur zeit einfach zu heiß) Tatsachen und Vorgänge zu behandeln die, oft für jemanden „der nicht dranbleibt“ untergehen. Wenn ich mit Freunden, Bekannten und Kommilitonen rede und diese Beispiele bringe, erlebe ich den „Hätte ich das früher gewusst“-Moment.

Zu diesen „Hätt ich das früher gewusst“-Momenten haben auch die folgenden Videos gehört. Ich finde, sie zeigen sehr gut, dass einige äußerst undurchschaubare Dinge im Bezug auf die EU laufen, die viel über das Selbstverständnis einiger im Dunstkreis der EU tätigen Personen aussagen.  Und ich möchte noch anmerken, dass diese Videos mich zum überzeugten Europäer machen. Warum, erkläre ich am Ende.

„Das EU-Parlament schützt die Meinungsfreiheit.“ möchte das folgende Video aussagen. Problem: Gerade was Religion und Einwanderung angeht (Also die Dinge die der Schaffner in diesem Video verbietet)  kamen von EU-Bestimmungen, die „Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“…

Ursprünglichen Post anzeigen 642 weitere Wörter

Exzess oder Krise des Kapitalismus?

Euro inversSpätestens seit 2008 kracht es im Gebälk des weltweiten Finanzsystems. Die Immobilienhypotheken-Krise (Subprime-Krise) in den USA machte den Anfang. Dann brachten US-Banken Anleihen auf gebündelte faule Immobilienkredite an die Finanzmärkte. Europäische Privat-, Zentral- und Landesbanken sowie Versicherungen versenkten Abermilliarden mit diesen Papieren. Das waren nicht nur Gelder von Spekulanten, sondern auch Lebensversicherungsbeiträge von Otto Normalverbraucher. Nach und nach wurde das Fiasko offenbar, dass viele Schuldner ihre Kredite nicht bedienen konnten. In der Folge drohten Banken Pleite zu gehen. Daraufhin griffen Regierungen den Banken in ihren Ländern unter die Arme, indem sie ihnen Hilfskredite gaben. Dazu nahmen sie bei Banken (!) Kredite auf, die sie dann wiederum den Banken zu natürlich günstigeren Konditionen gaben. Dass dadurch die Geldmenge exorbitant zunimmt, was Inflation bewirken kann, schien der Politik angesichts der drohenden Bankenpleiten das geringere Übel zu sein. Somit wurden die Schulden der Banken zu Staatsschulden. Und für Staatsschulden haftet am Ende der Bürger. Weiterlesen

Rassismus. Überall Rassismus #6: Rassismus dort, wo er nicht sein darf.

Cundars Wortpresse

cundars Rassismus- Überall Rassismus #6-01In meinem Artikel „Türken in Deutschland. Vorurteile und Tatsachen“ [Verweis] sprach ich von einem Fall, in dem Fans eines Fußballvereins mit „türkischen“ Hintergrund, einen schwarzen Spieler beleidigten – der wehrte sich mit einem Flaschen-Wurf. Der Spieler wurde dafür bestraft, die Fans oder der Verein fürh ihren Teil nicht.

Die Zeit hat nun mit dem betroffenen Spieler ein Interview geführt. Dabei verschweigt sie den ethnisch/kulturellen Hintergrund der Fans und konzentriert sich ganz darauf, den „Rassismus“-Vorwurf Raum zu geben. Das wird von einigen Kommentatoren „dankend“ aufgegriffen.

Jativa schreibt [Hervorhebung von mir]:

„Wer etwas mehr zu den bisher nicht öffentlich gemachten rassistischen Zwischenrufern sehen will, hier ein Beitrag der WAZ vom 22. 3. mit den Fotos: http://www.derwesten.de/s…
Wer Rassismus dieser Art bekämpfen will, sollte alle Beteiligten beim Namen nennen. Sonst ist die Aussage von Herrn Onukogu recht unscharf: „Nach diesem Urteil empfinde ich Deutschland als ein rassistisches Land.“
Wäre der Vorfall in Ostdeutschland…

Ursprünglichen Post anzeigen 318 weitere Wörter

Zitat zum Sonntag: Der Polytheismus der Moderne

„Die alten vielen Götter, entzaubert und daher in Gestalt unpersönlicher Mächte, entsteigen ihren Gräbern, streben nach Gewalt über unser Leben und beginnen untereinander wieder ihren ewigen Kampf. Das aber, was gerade dem modernen Menschen so schwer wird, und der jungen Generation am schwersten, ist: einem solchen Alltag gewachsen zu sein. Alles Jagen nach dem »Erlebnis« stammt aus dieser Schwäche. Denn Schwäche ist es: dem Schicksal der Zeit nicht in sein ernstes Antlitz blicken zu können.“

Max Weber: Wissenschaft als Beruf.