Propaganda überall: Ukraine und Montagsdemos

Kolumne-01In Europa sind gerade zwei Entwicklungen im Gange, über die uns die etablierten Medien miserabel unterrichten, d.h. einseitig, an der Wahrheit nicht interessiert, manipulativ. Kurz gesagt: Ein Wort zur Propaganda von heute.

Zunächst zur Ukraine-Krise: In der Ukraine gibt es nun eine „Übergangsregierung“ (Westsprech) oder auch „faschistische Putschisten“ (Ostsprech). Es ist klar, dass westliche Kräfte wie die US-Regierung und die Konrad-Adenauer-Stiftung den Umsturz in der Ukraine begünstigt haben. Die Massenmedien halten sich da aber ganz bedeckt, das wäre ja Nestbeschmutzung. Die Aufständischen im Osten und bis vor Kurzem auch auf der Krim sind formal Ukrainer, die zugleich kulturell Russen sind, oder russische Spezialeinheiten und Sympathisanten unter falscher Flagge – oder womöglich alles durcheinander. Es liegt auch auf der Hand, dass die Ukraine gegenüber den Separatisten nicht viel ausrichten kann. Die Versuche des Vorgehens der Ukraine sind militärisch so unbedeutend, dass sie ausschließlich symbolische Bedeutung haben. Es geht offenbar nur um eines: Aufmerksamkeit in den westlichen Medien hervorrufen. Russland täte gut daran, sich nicht provozieren zu lassen und nicht offen in der Ostukraine einzumarschieren. Die Ukraine legt es offenbar aber genau darauf an. Und sie weiß, dass sie mächtige Unterstützer im Rücken hat: NATO, USA und EU. Wir können nur hoffen, dass es nicht abläuft wie 1914: Auf allen Seiten wartet man nur auf einen Anlass loszuschlagen (hier ein Dankeschön an den britischen Historiker Christopher Clark für sein Buch „Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“). Ich muss sagen, dass ich keine Lust habe, dem russischen Arbeiter ein Loch in den Schädel zu schießen, für etwas, das in Führungsetagen und auf Bilderberg-Konferenzen von Geldsäcken und Fanatikern ausgeheckt wird, die den Kontakt zum Volk längst verloren haben.

Die NATO ist in erster Linie ein Machtinstrument der USA. Es wäre im Interesse aller Länder der Erde außer den USA gewesen, das Bündnis nach dem Zerfall des Warschauer Paktes aufzulösen. So aber fehlte die Gegenkraft und es entwickelte sich ein merkwürdiges Bündnis, das zunächst keinen Feind hatte, bis es entdeckte, dass es sich einen solchen mit dem weltweiten Terrorismus konstruieren kann. Die EU ist ihr Handlager in vielerlei Hinsicht: ökonomisch, weil sie Produkte gegen beliebig nachgedrucktes Papiergeld exportiert und weil sie ihre eigene Ausbeutung durch den Freihandel zementiert (siehe das verheerende TTIP-Abkommen); politisch und militärisch, weil sie die Stationierung von US-Truppen in ihren Ländern duldet und für sie in Kriege zieht, die nicht rational begründbar sind; kulturell, weil die europäischen Länder ihre Identitäten Schritt für Schritt der Angloamerikanisierung opfern.

Für die Vereinigten Staaten hat der Kalte Krieg nur pausiert und nun soll Russland für alle sichtbar weiter eingedämmt werden. Auch andere Konflikte wie der Bürgerkrieg in Syrien und die Besetzung Afghanistans dienen mitunter der Einkreisung Russlands durch USA und NATO, aber weniger offensichtlich. Wir erleben also gerade das Fallen der Maske Amerikas gegenüber Russland.

Die andere Sache, die mich ärgert, ist der Umgang der Massenmedien mit den Montagsdemonstrationen in Berlin und anderen Städten. Da kommen endlich mal Menschen zusammen, die sich trauen, dem Mainstream ihre Meinung zu sagen. Endlich gibt es ein Forum, wo investigative und unabhängige Journalisten und Freidenker öffentlich und vor großem Publikum zu Wort kommen, so dass noch nicht sensibilisierte Teile der Bevölkerung auch auf sie aufmerksam werden. Anstatt darüber objektiv oder gar wohlwollend zu berichten, fällt der Presse aber nichts anderes ein, als sofort Rassismus- und Antisemitismusvorwürfe loszulassen. Es wird deutlich, dass sich die Presse sehr selektiv mit den Botschaften der Montagsdemos befasst und weitgehend kritische Aussagen erfindet bzw. Aussagen bewusst fehlinterpretiert. So bringt es Jutta Ditfurth fertig, Kritik an der Federal Reserve mit Antisemitismus gleichzusetzen. Außerdem werden Dinge beleuchtet, die wirklich grenzwertig sind. Diese gibt es natürlich auch, so versucht etwa die NPD von den Protesten zu profitieren. Aber darauf kann man es doch nicht reduzieren! Auf jeder nach eigenem Verständnis linken Demo laufen Gestalten herum, die auf Demokratie und Rechtsstaat nicht gut zu sprechen sind. Darüber kann die Presse aber hinwegsehen. Hier wird ganz klar mit zweierlei Maß gemessen. Der „Shitstorm“ spielt sich übrigens nicht in den Kommentarspalten der Zeitungen ab, wo die Bürger ihren Unmut darüber äußern, sondern der wirkliche „Shitstorm“ ist die beschämende Berichterstattung der Massenmedien.

So wird deutlich, dass Proteste in Deutschland nur erwünscht sind, wenn sie in die Richtung gehen, die Meinungsmacher in Politik und Medien selbst verfechten. Das Phänomen ist durch die Bank der etablierten Medien zu sehen; egal ob man die ZEIT, den Spiegel, die Tagesschau oder sonst ein vermeintlich objektives Medium heranzieht. Es ist ein und derselbe Sumpf.

Ein so wichtiges Thema, wie gegen TTIP Druck zu machen, geht angesichts dieser ganzen Querelen unter. Dann haben die Pharma-, Chemie-, Energie- und Lebensmittelkonzerne leichtes Spiel.

Quellen:

http://www.globalresearch.ca/american-conquest-by-subversion-victoria-nulands-admits-washington-has-spent-5-billion-to-subvert-ukraine/5367782

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-merkel-will-klitschko-zum-praesidenten-aufbauen-a-937853.html

http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/armee-greift-separatisten-in-slowjansk-an-1.18289637

https://www.youtube.com/watch?v=Ljxv-yFBPQ8

http://www.youtube.com/watch?v=bwZD4huP_LE

http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2014/04/24/von_der_verschwoerungsideologie_zur_politischen_bewegung_15730

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-spam-bei-deutschen-medien-unter-namen-anonymous-a-964869.html

http://www.tagesschau.de/inland/mahnwachen100.html

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Deutschland, Europa, Gesellschaft und verschlagwortet mit , , , , , , , , , , von Reisig. Permanentlink.

Über Reisig

Reisig erblickte 1983 in der Pfalz das Licht der Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums und dem Abitur führte ihn die Bereitschaft, seinen Dienst an der Gemeinschaft zu tun, zur Bundeswehr, wo er seinen Grundwehrdienst leistete. In den folgenden Jahren studierte er ein naturwissenschaftliches Fach. Während des Studiums engagierte sich Reisig einige Zeit in der politischen Linken. Dies ergab sich ihm aus seiner Ablehnung eines unreflektierten Untertanengeistes und der wirtschaftlichen Ausbeutung des unmündigen Bürgers. Dabei galt ihm stets das Wohl des deutschen Volkes als höchstes Ziel. Die Erkenntnis, dass weite Teile der Linken dieses Ziel nicht teilen wollen und dass er nunmehr keine faulen Kompromisse mehr machen wollen würde, ließ Reisig vom gesamten etablierten Parteienwesen Abstand nehmen. Eine neue politische Heimat fand Reisig bei den Jungdeutschen. Er hat an einer deutschen Universität in einem naturwissenschaftlichen Fach promoviert, ein Jahr in den Vereinigten Staaten verbracht und lebt heute in Süddeutschland.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s