Eine Analyse der Flüchtlingsproblematik: Teil II. Integration und Erwartungen

Aussenpolitik-01Kommen wir zur Frage der Identität. Es liegt auf der Hand, dass der, der alleine auf weiter Flur in eine ethnisch und kulturell homogene Gesellschaft stößt, einem besonders großen Integrationsdruck ausgesetzt ist. Wenn er sich nicht dazu bekennt, so werden zu wollen, wie die anderen, geht er unter. Allerdings muss ich hinzufügen, dass auch ein aktives Integrieren durch die Gesellschaft, d.h. v.a. den Staat erforderlich ist, damit ein harmonischer Eingang in die Mehrheitsgesellschaft gelingt. In diesem Punkt hat die BRD sträflich bei den vermeintlichen Gastarbeitern versagt, die dann doch da geblieben sind und auch noch ihre Angehörigen nach Deutschland holen durften. Wenn wir die Identität der aufnehmenden Gesellschaft so weit wie möglich erhalten wollen, müssen Integrationsprogramme (d.h. Sprachkurse, Staatsbürgerschaftskuse, Vermittlung der Werte des Grundgesetzes und der Kultur) mit einer Trennung der Einwanderer untereinander einhergehen. Sonst wächst das heran, was einem in Paris, London, Brüssel oder Berlin-Neukölln auf den Straßen begegnet: Parallelgesellschaften. Dies werden rapide immer größer, da es bei zunehmender Größe und sich entwickelnder Infrastruktur immer leichter fällt, sich ausschließlich in den Bahnen der Parellelgesellschaft zu bewegen. So kann man Jahrzehnte in einem Land leben, ohne dessen Sprache in Grundzügen zu beherrschen. Und natürlich macht man das, wenn man die Möglichkeit dazu hat, da es bequem ist. Man kann dem Menschen nicht vorwerfen, bequem zu sein. Man muss es aber der Politik vorwerfen, dass sie versagt hat, die Menschen aus ihrer Komfortzone herauszuholen.

Warum will ich eigentlich keine Parallelgesellschaften? Schließlich kann man den Leuten doch nicht vorschreiben, wie sie leben sollen. Ich will sie nicht, weil sie erstens das Zusammenleben über die Grenzen der einzelnen Gruppen hinweg erschweren, da es kein verbindendes Element und keine Solidarität zwischen den Gruppen gibt. Zweitens will ich sie nicht, weil das Vorhandensein von Parellelgesellschaften den Herrschenden entgegenkommt, die am liebsten kein einheitliches Volk, das mit einer Stimme spricht, vor sich haben, sondern eine in sich zerstrittene Manövriermasse, die man wirtschaftlich auspressen und ihrer Rechte berauben kann. Divide et impera.

Stellen wir uns vor, die Zuwanderer wären fast alle hochqualifiziert und könnten unsere Volkswirtschaft so richtig in Schwung bringen, wie es die „Gastarbeiter“ der 50er und 60er Jahre taten. Nehmen wir auch an, ihre Kinder würden die schwächelnden Geburtsjahrgänge der einheimischen Deutschen ergänzen, so dass der Generationenvertrag wieder funktionieren würde. Das ist das Szenario, das uns die linksliberale Presse und Politik tendentiell präsentiert. Tatsächlich ist die Verschuldungssituation der europäischen Länder aber so gravierend, dass wir da praktisch gar nicht mehr „herauswachsen“ können. Und selbst wenn der Bevölkerungsrückgang durch Zuwanderung aufgehalten würde, würde dies neben den Statistiken auch den Charakter der Bevölkerung nach und nach gewaltig verändern. Je mehr und je schneller andere Kulturen bei uns Fuß fassen, umso stärker wird die Veränderung sein. Bald können wir nicht mehr so leicht darüber hinwegsehen, wie es uns heute meist noch gelingt.

Ein großes Problem besteht außerdem darin, dass die säkulare Ethik der Bürgerrechte und der individuellen Freiheiten, die wir im Westen so gerne hochhalten, Gefahr läuft, wegen ihrer Zahnlosigkeit abgelöst zu werden. Die Aufklärung und andere Entwicklungen haben uns von der herrischen und bluttriefenden Fratze des mittelalterlichen Christentums befreit. Diese kulturelle Errungenschaft, die wir in den letzten wenigen Jahrhundertern mühsam erkämpft haben, hat nun zu einer säkularen Elite geführt, die ironischerweise auch dort Toleranz übt, wo ihr Intoleranz entgegenschlägt. Diese Ethik ist sehr merklich auch bei den Kirchen angekommen, die uns zur Solidarität mit den meist muslimischen Flüchtlingen aufruft. So ist ein Vakuum entstanden, das leer bleiben könnte, wenn keine weiteren Einflussgrößen hinzukämen. Eine friedliche, reflektierte und das Individuum über alles erhebende Ethik wird nun aber nicht das Deutschland der Zukunft durchdringen, sondern diese Ethik wird durch patriarchalische, in unseren Augen rückständige Werte herausgefordert, die durch Zuwanderer aus einem völlig anderen sozialen Kontext in unsere Gesellschaft getragen werden. Dieses Problem ist nicht neu, wird aber weiter an Schärfe zunehmen: Viele mit Migrationshintergrund nehmen gerne den deutschen Pass an und wollen auch mal die eine oder andere deutsche Freundin haben. Für viele gilt, dass die Frau, die sie dann heiraten, keusch, sittsam und gehorsam sein und aus ihrem Herkunftsland eingeflogen werden muss. Das gilt nicht für alle, denn es gibt auch gut integrierte Migranten der ersten bis zur dritten Generation, die unsere Werte schätzen und achten. Diese Gegensätze werden jedoch zunehmen und wir werden uns von Tag zu Tag schwerer tun, unser Land wiederzuerkennen.

Viele, die zu uns kommen, tun dies in völliger Fehleinschätzung dessen, was sie erwartet. Deutschland ist kein Einwanderungsparadies. Aufklärung tut not, und zwar nicht nur unter den hier Ankommenden, sondern auch und ganz besonders in ihren Herkunftsländern. Es muss allen klar sein, dass wir weder für alle Armen dieser Welt Arbeit noch ein Dach über dem Kopf bereitstellen können. Außer den bedauernswerten Anitdeutschen, die das deutsche Volk ethnisch verdünnen wollen, bis der uns angeblich angeborene Rassismus ausgemerzt ist, ist niemand bewusst daran interessiert, unsere gesellschaftliche Ordnung zu zerstören. Der Kollaps der Gesellschaft bleibt aber nicht aus, wenn die Träume der „Kein Mensch ist illegal“-Schreier in die Tat umgesetzt werden. Lebensgrundlagen, die nicht da sind, können nicht beliebig geschaffen werden. Werte, die nicht da sind, kann man nicht einfach verteilen. Warum drucken wir nicht einfach das Geld, das wir brauchen, um allen den Lebensunterhalt zu bezahlen? Weil die darauf folgende Inflation unsere Wirtschaft zerstören und unser Land selbst in ein Bürgerkriegsgebiet verwandeln würde! Sehen wir es ein: Es geht einfach nicht. Das birgt gewaltiges Frustations- und Gewaltpotential bei den Migranten und den Einheimischen. Weil die Politiker das zu wissen scheinen, rufen sie nach einem Flüchtlingsverteilungsschlüssel für die ganze EU. Jeder Staat soll die Last tragen helfen. Erstens kann man das aber von keinem Volk verlangen, das nicht selbst dazu bereit ist, und zweitens hat das den unangenehmen Nebeneffekt, dass Polen, Ungarn und Rumänen wieder auf die hochnäsigen Deutschen schimpfen, und zwar weitgehend zurecht. Danke, Frau Merkel, durch Ihre Politik legen wir nicht nur die Axt an die Stabilität und Identität unserer Gesellschaft, sondern durch sie ist auch noch die Deutschfeindlichkeit in Osteuropa wieder auf dem Vormarsch. Willkommen auf dem Weg in ein totalitäres Europa.

Da die führenden Politiker nicht im Sinne des Volkes handeln und das Volk offenbar nicht bereit ist, dagegen in nennenswertem Umfange einzuschreiten, werden wir – falls das so bleiben sollte – in der Zukunft unschöne Veränderungen in Deutschland und Europa erleben, die heute bereits ansatzweise zu sehen sind. Die Feindseligkeiten zwischen Völkern und Religionen aus aller Welt werden sich auf unseren Straßen austoben, und man kann sicher sein, dass die im eigenen Lande immer mehr an den Rand gedrängten einheimischen Deutschen ebenfalls nicht von Gewalt verschont bleiben werden.

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Über Reisig

Reisig erblickte 1983 in der Pfalz das Licht der Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums und dem Abitur führte ihn die Bereitschaft, seinen Dienst an der Gemeinschaft zu tun, zur Bundeswehr, wo er seinen Grundwehrdienst leistete. In den folgenden Jahren studierte er ein naturwissenschaftliches Fach. Während des Studiums engagierte sich Reisig einige Zeit in der politischen Linken. Dies ergab sich ihm aus seiner Ablehnung eines unreflektierten Untertanengeistes und der wirtschaftlichen Ausbeutung des unmündigen Bürgers. Dabei galt ihm stets das Wohl des deutschen Volkes als höchstes Ziel. Die Erkenntnis, dass weite Teile der Linken dieses Ziel nicht teilen wollen und dass er nunmehr keine faulen Kompromisse mehr machen wollen würde, ließ Reisig vom gesamten etablierten Parteienwesen Abstand nehmen. Eine neue politische Heimat fand Reisig bei den Jungdeutschen. Er hat an einer deutschen Universität in einem naturwissenschaftlichen Fach promoviert, ein Jahr in den Vereinigten Staaten verbracht und lebt heute in Süddeutschland.

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