Pispers meint es gut, ist aber nicht auf der Hut

Aussenpolitik-01Der Kabarettist Volker Pispers bezieht zwar stets einseitig linke Positionen und äußert sich zuweilen abfällig zum Thema Nation, es lohnt sich dennoch oftmals, ihm ein Ohr zu leihen. So hat er sich kürzlich anlässlich der Verleihung des Deutschen Kleinkunstpreises erfrischend kritisch zum Krieg in der Ukraine, den verbrecherischen Machenschaften der USA in der Weltpolitik und zur Lügenpresse geäußert. Alles schön und gut, bis auf ein paar Schnitzer, die der Huffington Post der willkommene Anlass waren, ihn zu diskreditieren. Weiterlesen

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Lichtblick in Italien? Die Fünf-Sterne-Bewegung

KommentiertDie Parlamentswahlen in Italien sorgen für Furore. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bezeichnete Silvio Berlusconi und Beppe Grillo, den Vorsitzenden der aufstrebenden Partei „Movimento 5 stelle“ (M5S, Fünf-Sterne-Bewegung), als „Clowns“. Von Berlusconi ist in der Tat keine Verbesserung der Lage der italienischen Nation zu erwarten. Das kennt man schon aus der Praxis. Bei Grillo sieht das jedoch anders aus. Seine eurokritische junge Bewegung hat den größten Stimmenanteil aller Parteien gewonnen. So ist es kein Wunder, dass der deutsche Außenminister Guido Westerwelle ermahnend sagte, Italien brauche „eine Politik, die das Vertrauen der Bürger und der Märkte festigt“. Wieder einmal werden „die Märkte“ beschworen. Der Volksmund sagt sehr treffend: „Wes‘ Brot ich ess‘, des‘ Lied ich sing‘“. Die Lobby lässt also grüßen. Ein Volk wählt aber seine Politiker nicht, um der Kapitalakkumulation bei Wenigen zu dienen, sondern damit die Gewählten das tun, was für das Volk und seinen Staat das Beste ist – Europa hin oder her. Man muss sich für solche Politiker schämen, die anderen Staaten derart in ihren Konstitutionsprozess hineinreden wollen. Und man muss Verständnis dafür haben, wenn andere Völker das als einen Akt der Überheblichkeit empfinden. Denn sie haben Recht damit. Weiterlesen

„Der Volksfront von Judäa“-Effekt und die politische Landschaft in Deutschland

Mittlerweile dürften es einige mitbekommen haben: Vor einer Woche hat die „zwischentag“-Messe der „neurechten Elite“ in Berlin mit verhältnismäßig großer Beteiligung stattgefunden. Otto-Normal-Bürger hat davon dank dem rbb in verzerrter Weise in einem 10-minütigen Video erfahren, über das sich der Veranstalter der Messe Götz Kubitschek enttäuscht äußern musste. Der Blog „Projekt Ernstfall“ entschlüsselte dazu noch die „Sprache der Propaganda“ dieser Sendung. Der Rest wird vor allem von einer Diskussion – es war eher ein monologischer Meinungsaustausch – zwischen Dr. Karlheinz Weißmann und Michael Stürzenberger erfahren haben, der in der letzten Woche ausgiebig auf einschlägigen Blöggen diskutiert wurde.  Da sich nun schon wieder ein „Volksfront von Judäa“-Effekt einstellt, hier nun mein Kommentar. Weiterlesen

„Rassismus. Rassismus überall.“ Teil 2: „Sondersendung“

Für den „Tag der Deutschen Einheit“ hatten sich die Redakteure des „Klub konkret“ auf „Eins plus“ wohl überlegt, wo man an der Einheit der Deutschen noch etwas feilen könnte. Da an diesem Tag auch von muslimischen Verbänden der „Tag der offenen Moschee“ ausgerufen wurde, schien es wohl passend, eine Sondersendung dafür zu machen und dieser so in der Kritik stehenden „Minderheit“, die mal zu Deutschland gehört und mal nicht, zur Seite zur springen.
Das Ergebnis ist eine Sendung (YouTube) im Schön-Wetter-Berichterstattungs-Stil, in dem alle Widersprüche durch zombiehafte Moderation übergangen, Probleme nur als fernes Donnergrollen zu vernehmen und die Welt von einem Studio-Gast erklärt wurde, die faktisch doch noch einmal ihren Zeit-Artikel vortragen durfte, den ich an anderer Stelle schon kritisiert hatte. Dadurch gewinnt man wieder den Eindruck einer gleichgeschalteten Medienlandschaft bei diesem unliebsamen Thema. Es geht um Kübra Gümüsay – nicht die Person, denn die kenne ich nicht – sondern die Äußerungen einer handpuppenartigen Erscheinung, die in den Medien auftaucht. Diese Erscheinung hat am Ende der Sendung gesagt, dass Kritik immer erlaubt sein soll, wenn sie konstruktiv gemeint, für ein positives Miteinander ist und zu allgemeinen Verbesserungen beiträgt. Weil die Jungdeutschen nichts anderes wollen, bitte schön: Weiterlesen

Mohammed-Schmähfilm – Teil 1: Kulturkampf in Deutschland

Achtung, Fäkalsprache!

„So eine Scheiße! Ich ärgere mich, dass wegen so einer Scheiße Menschen sterben mussten!“ So direkt äußerte sich ein Freund von mir, nachdem er den knapp 15-minnütigen Trailer zu „Die Unschuld der Muslime“, dem nun bekannten „Mohammed-Schmähfilm“, gesehen hatte. Er traf damit auch meine Meinung. Es ist erbärmlich, dass so ein dilettantischer, vulgärer und plump gemachter Film (der nicht viel mit dem Film „Das Leben des Brian“ zu tun hat) nun zu solchen Ärgernissen führt. Aber ist wirklich der Film der Grund? Für die Aufregung in der mohammedanischen Welt? Dem politischen Durcheinander bei uns? Nein. Der Film war ein billiger Anlass. Sicher, ein guter, da er wirklich überragend schlecht ist, aber vor allem nur ein Anlass für fanatische Gruppen, mal wieder Randale zu machen und gegen „den Westen“ zu hetzen. Denn für den Fanatiker ist Unruhe notwendig und vor allem nach Revolutionen wichtig um seine revolutionären Ziele umzusetzen.

Ein schlechter Film sorgt dafür, dass sich Millionen Menschen in einem ebensolchen schlechten Film wiederfinden. In Europa und scheinbar genauso auch im Rest der Welt.
Unruhen, aufgehetzte Massen, Morde, Terror, Demonstrationen… das alles nur wegen Gotteslästerung? Und dann Politiker, die „beruhigen“ und Frieden halten wollen, während ein kleiner Teil der Menschheit komplett durchdreht? Und vor allem unverständlich: Der Terror in anderen Ländern sorgt dafür, dass ein hohes Gut, die Meinungsfreiheit, plötzlich in Deutschland hinten angestellt wird, nur um „religiöse Gefühle“ und „die öffentliche Ordnung“ zu schützen? Gehen wir über das Kleine zum großen Ganzen. (noch ca. 800 Wörter) Weiterlesen

Kommentare: Erniedrigen mit den Niederlanden, Mit Fußball hält sich Merkel an der Macht, Europäisches Wehr-Rumgemache, Asylbewerberheim-Doku

Es folgen vier Kurz-Kommentare zu Absonderlichkeiten zu aktuellen Geschehnissen.

Kommentar zum Kommentar über die Wahl in den Niederlanden

Sehr geehrte Genossinnen und Genossen,

unsere Genossen_innen von der Süddeutschen Zeitung bejubeln den Fall reaktionärer Elemente bei den vergangenen Parlamentswahlen in den Niederlanden. So schreibt Thomas Kirchner in der SZ:

„Das war nicht zu erwarten: In Massen haben sich die Niederländer bei den Parlamentswahlen von den politischen Extremen abgewandt, sind geradezu geflohen in die Mitte. Sie hatten die Nase voll von wackelnden Regierungen, erratischen, großspurigen Politikern, unhaltbaren Versprechen. Sie wollten kein Kabinett mehr, das von einem unberechenbaren Scharfmacher wie Geert Wilders abhängt und nach ein paar Monaten schon wieder zusammenkracht.

Fünf Mal innerhalb von zehn Jahren mussten die Wähler nun ein neues Parlament bestimmen, und diesmal, in Zeiten der Krise, drückten sie die Gefühle weg, stoppten das ewige Lamento über die etablierten Parteien, und folgten ihrem Verstand. Heraus kam eine klare strategische Entscheidung: gegen Populismus, für Europa. Das ist gut für die Niederlande, gut für den Kontinent, und nicht zuletzt ein Zeichen für die Kraft und die Lebendigkeit der parlamentarischen Demokratie europäischer Prägung.“

Herr Kirchner schrieb ein Kommentar, und da darf emotional formuliert werden. Aber ich glaube, er hätte auch etwas die „Gefühle“ wegdrücken und dem „Verstand“ folgen sollen. Denn dann wäre ihm vielleicht aufgefallen, dass er das ohnehin, in diesem Kontext, stark ausgereizte Phras-O-Meter, weiter stark ausgereizt hat. Weiterlesen

Der Untergang der Laconia – Wiederholung

Am Mittwoch, den 12. September, und Mittwoch, den 19. September, um jeweils 22.00 Uhr wiederholt das SWR das Zweiter-Weltkriegs-Drama „Laconia“ über die Versenkung des bewaffneten Passagierschiffes „Laconia“ durch ein deutsches U-Boot und die anschließende Rettung eines Teils der Besatzung durch ebendieses deutsche U-Boot.

Eine spannende Geschichte über Menschlichkeit, in ihrer ganzen Form, in einer Zeit, in der sie kaum möglich scheint.

Und das packen offensichtlich vorwiegend deutsche Medienerzieher nicht. Ich empfehle dringendst, die BBC-Originalfassung zu sehen. Die deutsche Version wurde wieder volkspädagogisch schmonzetenhaft aufgearbeitet. Weiterlesen