Die Tücken des Mehrheitswahlrechts: die britischen Unterhauswahlen 2015

EU-01Wenn man die prozentualen Wahlergebnisse der britischen Unterhauswahlen von 2015 mit denen von 2010 vergleicht, springen einem vor allem zwei Veränderungen ins Auge: Nicht etwa ein großer Stimmenzuwachs für die britischen „Konservativen“, die sogenannten „Tories“ und auch kein großer Stimmenverlust für die Labour Party – sondern ein Stimmengewinn von (bis nach dieser Wahl) Nigel Farages UKIP (United Kingdom Independence Party) um 9,5 auf 12,6 % und ein Absturz der Liberaldemokraten um 15,2 auf 7,8 %. In den Bahnen eines Verhältniswahlrechts denkend, wie wir es in der BRD haben, sollte man erwarten, dass UKIP als das nationale Gewissen Großbritanniens nun den etablierten britischen Parteien Dampf machen könnte, auf dem Weg zu einer zentralistischen, undemokratischen EU kehrt zu machen. Wir haben es in Großbritannien jedoch mit einem Mehrheitswahlrecht zu tun. Das führt dazu, dass auf das ganze Land bezogen marginale Stimmenanteilveränderungen in den einzelnen Wahlkreisen ins Gewicht fallen. Weiterlesen

Verkaufsschlager Patriotismus?

Fundstücke-01Neulich schaute ich mir ein Musikvideo der talentierten jungen amerikanischen Geigerin Lindsey Sterling an, das sich mit dem Videospiel „Assassin’s Creed III“ (Der Glaube des Assassinen) beschäftigt. In dem Musikvideo schwingt sie die Flagge der 13 Gründerstaaten und verbirgt sich in der Kleidung des Helden aus dem Spiel vor britischen Truppen zur Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1775-1783). In den USA wird dieser Krieg als American Revolutionary War bezeichnet. Dass sich die Musikerin mit diesem patriotischen Thema befasst, weckte mein Interesse und ließ mich im Internet recherchieren.

Es gibt eine Vorschau (einen Trailer) des Spiels für den nordamerikanischen Markt. Bei vielen Amerikanern weckt dieses Video sicherlich patriotische Gefühle, denn es verleitet den Zuschauer dazu, anzunehmen, dass der Held auf der Seite der amerikanischen Rebellen gegen die britischen Unterdrücker kämpfe – und das ganz und gar nicht zimperlich. In dasselbe Horn stößt das Video von Lindsey Sterling, was sicherlich bei ihren Landsleuten gern gesehen ist. Weiterlesen