Die Tücken des Mehrheitswahlrechts: die britischen Unterhauswahlen 2015

EU-01Wenn man die prozentualen Wahlergebnisse der britischen Unterhauswahlen von 2015 mit denen von 2010 vergleicht, springen einem vor allem zwei Veränderungen ins Auge: Nicht etwa ein großer Stimmenzuwachs für die britischen „Konservativen“, die sogenannten „Tories“ und auch kein großer Stimmenverlust für die Labour Party – sondern ein Stimmengewinn von (bis nach dieser Wahl) Nigel Farages UKIP (United Kingdom Independence Party) um 9,5 auf 12,6 % und ein Absturz der Liberaldemokraten um 15,2 auf 7,8 %. In den Bahnen eines Verhältniswahlrechts denkend, wie wir es in der BRD haben, sollte man erwarten, dass UKIP als das nationale Gewissen Großbritanniens nun den etablierten britischen Parteien Dampf machen könnte, auf dem Weg zu einer zentralistischen, undemokratischen EU kehrt zu machen. Wir haben es in Großbritannien jedoch mit einem Mehrheitswahlrecht zu tun. Das führt dazu, dass auf das ganze Land bezogen marginale Stimmenanteilveränderungen in den einzelnen Wahlkreisen ins Gewicht fallen. Weiterlesen

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Genau hingeschaut: „Lebenswelten junger Muslime in Deutschland“

Reisig

Das Thema Integration von Muslimen in Deutschland treibt nicht nur unsereinen jeden Tag auf der Straße um, sondern es ist auch Forschungsgegenstand der Sozialwissenschaften. Die Bundesregierung glaubt offenbar, dass einige Fachleute ganz genau wissen, was für unser Land in Fragen der Integration am besten ist. Und deshalb hat das Bundesinnenministerium eine Studie über „Lebenswelten junger Muslime in Deutschland“ herausgegeben, in der ein paar Wissenschaftler uns einfältigen Normalbürgern zeigen wollen, dass die Wissenschaft das alles viel besser weiß als wir. Werfen wir nun einen Blick in die „Praktischen Anregungen“, in denen das Werk nach über 600 Seiten gipfelt (Zitate in kursiv):

Der islamische Fundamentalismus wird als besonders traditionelle, aber nicht totalitäre und nicht gewaltbereite  Form des Islam dargestellt, die von der deutschen Gesellschaft nicht abgelehnt werden darf. Dem wird der islamistische Extremismus als mit unserer demokratischen Grundordnung unvereinbar gegenübergestellt – er ist also wirklich „böse“. Bekämpfe man nun neben dem Extremismus auch den Fundamentalismus, versage man friedlichen Muslimen die Teilhabe an unserer Gesellschaft und dränge sie in den Extremismus ab und damit in die Hände von Al Kaida u.a. Weiterlesen